2017 – Änderung in der betrieblichen Altersvorsorge beim Steuerfreibetrag laut § 3 Nr. 63 ESTG

Ab dem Jahr 2017 sieht § 3 Nr. 63 Satz 3 EStG vor, dass die Leistungen des Arbeitgebers in die betriebliche Altersversorgung der Mitarbeiter bis zu einem Gesamtbetrag von jährlich 7 Prozent (bisher 4 %) der Beitragsbemessungsgrenze innerhalb der allgemeinen Rentenversicherung steuerfrei bleiben. Der steuerliche Freibetrag erhöht sich um weitere 1.800 Euro pro Jahr. Allerdings führt dieser zusätzliche Steuerfreibetrag nicht zur Beitragsfreiheit innerhalb der Sozialversicherung.

 

 

Hintergrund der betrieblichen Altersvorsorge

Grundsätzlich stellen Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge beitragspflichtiges Arbeitsentgelt dar. Jedoch sind die Beträge nicht uneingeschränkt beitragspflichtig – es gibt in sozialversicherungsrechtlicher Hinsicht einige Besonderheiten. So hängt die beitragsrechtliche Beurteilung davon ab, für welchen Versorgungsweg man sich beim Aufbau der betrieblichen Altersversorgung entschieden hat. Ein weiterer Punkt, der in die beitragsrechtliche Beurteilung hineinspielt, ist, ob der Aufwand für die betriebliche Altersversorgung ausschließlich vom Arbeitgeber geleistet wird oder ob der Arbeitnehmer durch die Umwandlung von Arbeitsentgelt daran beteiligt ist oder ob der Arbeitnehmer den Aufwand ganz alleine trägt.

Für beide Parteien stellt die betriebliche Altersversorgung ein Anreiz dar – und zwar in der Einsparung von Sozialversicherungsbeiträgen.

 

„Auswirkungen“ der vorgesehenen Änderungen für 2017

Neben den genannten Fördermaßnahmen hinsichtlich der betrieblichen Altersvorsorge wird auch ein Förderbeitrag für Niedrigverdiener in Erwägung gezogen, welcher in § 100 E EStG verankert ist. Dieser neue Förderbeitrag wird als eigenständige Förderung neben dem § 3 Nr. 63 EStG und der „Riesterrenten“-Förderung konzipiert. Dabei steht die Einkommensgrenze momentan noch nicht fest, wobei ein Betrag von 2.000 Euro pro Monat – unabhängig vom Beschäftigungsgrad des Mitarbeiters – im Raum steht. Dieser Förderbetrag kommt nur bei arbeitgeberfinanzierter betrieblicher Altersversorgung in Betracht; Entgeltumwandlungen bleiben unberücksichtigt.

Hinsichtlich der Einkommensgrenzen würde die monatliche Betrachtung angewandt werden.

Wird ein Mindestbetrag von jährlich 240 Euro (Höchstbetrag 480 Euro) eingebracht, wird dem Arbeitgeber im Folgemonat über die Lohnsteueranmeldung 30 % beziehungsweise 33 % gutgeschrieben.

Allerdings wird es bei der Abgrenzung von Alt-/Neuzusagen sehr komplex. Der Grund: das BMF möchte den so genannten Mitnahmeeffekt vermeiden und somit den Förderbeitrag nur für neue Arbeitgeberzusagen gewähren. 

Im nächsten Jahr stehen die Bundestagswahlen wiedermal vor der Tür. Somit versuchen die Parteien mit kleinen Geschenken, die Gunst der Wähler zu gewinnen. Wie ist Ihre Meinung zu den Bemühungen, die betriebliche Altersvorsorge attraktiver zu gestalten? Schreiben Sie Ihre Meinung gern unten in die Kommentare.

 

Weitere Beiträge

Veränderungen zum Januar 2019 – Thema: E-Bike / Fahrrad

Zum Jahreswechsel 2019 gab es eine Reihe von steuerlichen Änderungen und Anpassungen. So wurde im Jahressteuergesetz durch den Bundestag eine Neuregelung der Dienstfahrzeugbesteuerung vorgenommen. Mit dieser Gesetzesanpassung sollen die umweltfreundlichen Fahrten der Arbeitnehmer gefördert werden. ... weiterlesen

1. März 2019


Jahresarbeitsentgeltgrenze und März-Klausel

Als Arbeitgeber und Arbeitnehmer begegnen uns hin und wieder verschiedene Begrifflichkeiten, darunter auch die Jahresarbeitsentgeltgrenze und die März-Klausel. Was es mit den beiden Begriffen auf sich hat, möchten wir Ihnen in unserem folgenden Beitrag näher erläutern. ... weiterlesen

22. Februar 2019


Outsourcing der Lohn- und Gehaltsabrechnung

Viele Unternehmen geben mittlerweile ihre Lohn- und Gehaltsabrechnungen an externe Dienstleister ab. Outsourcing ist zu einem Begriff geworden, der für Unternehmen und Selbstständige immer häufiger zum Tragen kommt. Warum geben die Firmen ihre Lohn- und Gehaltsabrechnungen ab, lassen sie von anderen Unternehmen erledigen? ... weiterlesen

18. Februar 2019


Abfindungen und die Auswirkungen in der Sozialversicherung

Endet eine sozial­versicherungs­pflichtige Beschäftigung, ist oftmals die Zahlung einer Abfindung damit verbunden. Neben der Abfindungs­höhe ist insbesondere der Zahlungs­grund von Bedeutung, wenn es um die aus der Kündigung ergebenden sozial­versicherungs­rechtlichen Aus­wirkungen geht.... weiterlesen

15. November 2018


Wann zählt die Umkleidezeit als bezahlte Arbeitszeit?

Geben Arbeitgeber ihren Mitarbeiten vor, auffällige Dienstkleidung zu tragen, ist die Umkleidezeit als bezahlte Arbeitszeit zu vergüten – so das BAG in einem aktuellen Urteil... weiterlesen

7. November 2018


Urlaubstage Abrunden? Darf der Arbeitgeber das?

Gerade in flexiblen Arbeitssystemen kann die Abrechnung des Urlaubs sich recht kompliziert gestalten. Bei Arbeitnehmern, die im Schichtbetrieb tätig sind, ist es oftmals tariflich so geregelt, dass sich der Urlaubsanspruch anhand der Schichten errechnet.... weiterlesen

23. Oktober 2018


LOHNDIREKT

Wir machen es einfach.

Unser Angebot spricht Sie an und Sie möchten eine individuelle Beratung erhalten?
Kontaktieren Sie uns jetzt einfach!

Melden Sie sich jetzt:

0461 / 70 71 555 info@lohndirekt.de

Mo.-Fr. 8-18 Uhr

Oder nutzen Sie unseren komfortablen Rückruf-Service


Unser Rückruf erfolgt während der Geschäftszeiten i.d.R. binnen 20 Minuten.

LOHNDIREKT

Wir haben Sie schon überzeugt?

Fordern Sie jetzt kostenlos Ihr persönliches Angebot an!




Wir freuen uns auf Ihre Anfrage

Rufen Sie uns an: 0461 / 70 71 555 Mo.-Fr. 8-18 Uhr