Familienpflegezeit


Familienpflegezeit

Zusätzlich zu den bisherigen Regelungen des Pflegezeitgesetzes mit kurzfristiger Arbeitsverhinderung bis zu 10 Tagen und der Pflegezeit bis zu sechs Monaten soll mit der neu eingeführten Familienpflegezeit Berufstätigen, die pflegebedürftige Angehörige im häuslichen Umfeld haben, es ermöglicht werden über einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren Pflege und Beruf miteinander zu vereinbaren. Nach dem Gesetz zur Familienpflegezeit können die Berufstätigen ohne erhebliche finanzielle Einbußen ihre wöchentliche Arbeitszeit zwei Jahre lang auf bis zu 15 Stunden verringern.


Ohne finanzielle Einbußen deshalb, weil sich das Gehalt nur um die Hälfte der Arbeitszeitreduktion reduziert.
Beispiel: Wer in der Pflegephase seine Arbeitszeit von 100% auf 50 % reduziert, erhält weiterhin 75 % des letzten Bruttoeinkommens. Nach der Pflegephase muss wieder in Vollzeit gearbeitet werden, der Beschäftigte erhält weiterhin 75 % und zwar solange, bis der Vorschuss nachgearbeitet ist.


Seit dem 1. Januar 2012 können Beschäftigte die Familienpflegezeit beantragen. Dazu schließen Arbeitgeber und Beschäftigter eine individuelle Vereinbarung zu den Rahmenbedingungen (Umfang der Arbeitszeit vor und während der Familienpflegezeit, Beginn und Dauer…). Der Arbeitgeber beantragt daraufhin ein zinsloses Darlehen beim Bundesamt für Familie, dass im Anschluss an die Pflegephase durch den Einbehalt eines Teils des Gehaltes wieder zurückgezahlt wird. Sowohl für die Pflege- also auch die Nachpflegephase besteht ein besonderer Kündigungsschutz. Ein Rechtsanspruch auf Familienpflegezeit besteht allerdings nicht.


Arbeitnehmer, die die Familienpflegezeit in Anspruch nehmen, müssen zur Risikominimierung eine Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung abschließen. Die Prämien dafür sind gering und die Versicherung endet mit dem letzten Tag der Lohnrückzahlungsphase.


Durch dieses neue Familienpflegezeitgesetz sind Beschäftigte bei verbindlichen Rahmenbedingungen finanziell abgesichert, können so zudem den Kontakt zur Firma halten sowie erwerben sie doppelte Rentenansprüche, da zum einen der Arbeitgeber Beiträge zur Rentenversicherung weiterzahlt und zum anderen die Pflegekasse für die geleistete Pflege Beiträge zahlt (Pflegeaufwand muss mindestens 14 Stunden und die wöchentliche Arbeitszeit höchstens 30 Stunden betragen). Die Vorteile für den Arbeitgeber liegen auch auf der Hand: Er kann weiterhin ohne finanziellen Mehraufwand auf seine qualifizierten Mitarbeiter zurückgreifen. Es reduzieren sich Fehlzeiten dieser Mitarbeiter und eine höhere Mitarbeitermotivation sowie Arbeitszufriedenheit gehen damit einher.

 

 

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Alle Angaben zur Familienpflegezeit ohne Gewähr.