Firmenwagen zur privaten Nutzung (Sachbezug)

Unter Firmenwagen versteht man ein Fahrzeug, das ein Arbeitgeber entgeltlich oder unentgeltlich für dienstliche und/oder private Zwecke dem Arbeitnehmer überlässt. Dem Arbeitnehmer fließt somit ein geldwerter Vorteil in Form eines Sachbezugs zu.

Der Arbeitnehmer muss den geldwerten Vorteil des Fahrzeugs versteuern. Der geldwerte Vorteil kann pauschal nach der 1-Prozent-Regelung, bei der monatlich 1% des Brutto-Inlands-Listenneupreis angesetzt wird, oder durch ein Fahrtenbuch mit den tatsächlich ermittelten Kosten, bemessen werden.

In einigen Situationen mag es für Arbeitgeber und Arbeitnehmer von Vorteil sein, einen Firmenwagen zu überlassen, anstatt eine Gehaltserhöhung auszusprechen.

 

Hierzu ein Fallbeispiel:

 

Nehmen wir an ein Geschäftsführer (G) möchte seinem langjährigen Mitarbeiter (M) für seine treuen Dienste eine Gehaltserhöhung geben. Der Mitarbeiter verdient im Moment €3.000,00 brutto! M ist ledig, kinder- und konfessionslos also bleiben nach Sozialabgaben und Steuerzahlungen noch netto €1.905,38. G. möchte M. eine Gehaltserhöhung von €350,00 netto geben. Effektiv müsste er M nun €3.700,00€ brutto zahlen, damit dieser auf ein Nettoeinkommen von €2.250,00 kommt.

 

Rechnung:

 

Vor der GehalterhöhungNach der Gehalterhöhung
Bruttoverdienst€ 3.000,00€3.700,00
Steuern und Sozialabgaben
(ca. 37% des Bruttoverdienstes)
€-1.094,62€-1.450,00
Nettolohn€1.905,38€2.250,00

 

Das heißt er hat einen um €700,00 gestiegenen Lohnaufwand. G kommt nun auf die Idee M auf anderem Wege Kosten zu ersparen. Er sucht nach einer Methode M eine wertmäßig ähnliche Gehaltserhöhung mit weniger Aufwand zu ermöglichen. Er zieht die Möglichkeit eines Sachbezugs in Betracht und rechnet eine mögliche Kostenersparnis für M aus, wenn er diesem einen Firmenwagen zur Verfügung stellt.

 

Er möchte ihm einen typischen Kleinwagen als Firmenwagen überlassen. Solche Kleinwagenmodelle führen laut ADAC Autokosten-Rechner zu Kosten in Höhe von ca. €400,00 im Monat (inklusive Fixkosten, Werkstatt- und Betriebskosten und Wertverlust). M muss den geldwerten Vorteil der privaten Nutzung versteuern. Wir nehmen an, dass die 1-Prozent-Regelung angewendet wird. Das wären bei einem Kleinwagen im Wert von ca. €11.000,00 Kosten in Höhe von €110,00/Monat.

Rechnung fĂĽr den Arbeitgeber:

 

Kosten fĂĽr G/Monat
Lohn-/Gehaltskosten€3000,00
Kosten des Sachbezugs€400,00
Gesamte Kosten€3400,00

 

Rechnung fĂĽr den Arbeitnehmer:

 

Werte in €
Bruttogehalt€3000,00
+ zu versteuernder geldwerter Vorteil+ €110,00
Gesamtes zu versteuerndes Gehalt€3110,00
Steuern€1258,56
Nettolohn€1851,44

Fazit:

M hat nicht nur ein neues Auto, sondern spart, dadurch, dass er den Sachbezug zusätzlich zu seinem Bruttogehalt versteuert, 350€, weil er einen um nur 50€ verringerten Nettolohn hat, aber im Gegenzug keine Aufwendungen für ein eigenes Auto hat.

G hat dem Mitarbeiter eine Gehaltserhöhung geben können und konnte sogar einen Lohnaufwand von €300,00 sparen, in dem er sich für die Form eines Firmenwagens, als geldwerter Vorteil für den Mitarbeiter, entschieden hat!

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Alle Angaben über Firmenwagen zur privaten Nutzung (Sachbezug) ohne Gewähr.