Kurzarbeitergeld – KUG

Kurzarbeitergeld (kurz KUG) wird laut § 95 SGB lll gezahlt, wenn im Betrieb ein erheblicher Arbeitsausfall gemĂ€ĂŸ § 96 Abs.1 SGB lll anfĂ€llt, die betrieblichen und persönlichen Voraussetzungen erfĂŒllt sind und der Arbeitsausfall der Agentur fĂŒr Arbeit angezeigt worden ist. In einer Krisenzeit ist Kurzarbeit eine Möglichkeit, um Mitarbeiterentlassungen zu vermeiden und Personalkosten schnell zu senken. Der wesentliche Vorteil liegt darin, dass bei anziehender Konjunktur sofort auf die erfahrene und eingespielte Belegschaft zurĂŒckgegriffen werden kann.

Ein Arbeitsausfall ist gemĂ€ĂŸ § 96 Abs.1 SGB lll erheblich, wenn er auf wirtschaftlichen GrĂŒnden oder einem unabwendbaren Ereignis beruht, er vorĂŒbergehend und unvermeidbar ist und wenn im Anspruchszeitraum mindestens ein Drittel der im Betrieb beschĂ€ftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von einem Entgeltausfall von jeweils mehr als 10 % ihres monatlichen Bruttoentgelts betroffen sind. Die betriebliche Voraussetzung fĂŒr die GewĂ€hrung von Kurzarbeitergeld ist gemĂ€ĂŸ § 97 SGB lll erfĂŒllt, wenn mindestens ein Arbeitnehmer im Betrieb beschĂ€ftigt ist. Des Weiteren mĂŒssen die persönlichen Voraussetzungen der Arbeitnehmer nach § 98 SGB lll erfĂŒllt sein.

RegulĂ€r kann KUG fĂŒr lĂ€ngstens sechs Monate gewĂ€hrt werden, aber die verlĂ€ngerte Bezugszeit von zwölf Monaten fĂŒr konjunkturelles Kurzarbeitergeld gilt auch im Jahr 2014. Die Auszahlung des Kurzarbeitergeldes erfolgt durch den Arbeitgeber. Dieser muss dann nach Auszahlung die Erstattung des Kurzarbeitergeldes bei der Agentur fĂŒr Arbeit beantragen.

Arbeitnehmer, die laut ELStAM-RĂŒckmeldung mindestens 0,5 KinderfreibetrĂ€ge haben, bekommen 67 % der Nettoentgeltdifferenz als Kurzarbeitergeld, alle anderen Arbeitnehmer erhalten 60 %.

Die Nettoentgeltdifferenz ist die Differenz zwischen dem Soll- und Istentgelt. Das Sollentgelt ist das Entgelt, das der Arbeitnehmer ohne den Arbeitsausfall in dem Kalendermonat Brutto erzielt hĂ€tte. Das Istentgelt ist das Arbeitsentgelt, welches in dem jeweiligen KUG-Kalendermonat tatsĂ€chlich verdient wurde, inkl. z. B. der MehrarbeitszuschlĂ€ge. Beispiel: Herr bzw. Frau XY arbeitet im Januar aufgrund von Kurzarbeit anstatt 120 Stunden nur 70 Stunden. Er/sie bekommt einen Stundenlohn von 11,00 Euro. Das Sollentgelt fĂŒr den Monat Januar betrĂ€gt somit 1.320,00 Euro. Das Istentgelt betrĂ€gt in diesem Fall 770,00 Euro plus etwaige MehrarbeitszuschlĂ€ge.

 

Zur Berechnung des Kurzarbeitergeldes muss jetzt das pauschalierte Nettoentgelt vom Soll- und Istengelt berechnet werden. Dann wird das Istentgelt vom Sollentgelt abgezogen, sodass sich die Nettoentgeltdifferenzer ergibt. Davon errechnet man dann die 67 % bzw. 60 % und erhÀlt das jeweilige Kurzarbeitergeld.

 

Sind Arbeitnehmer im Baugewerbe oder in einem anderen Wirtschaftszweig beschÀftigt, der von wetter- bzw. saisonbedingtem Arbeitsausfall betroffen ist, haben sie in dieser Zeit nach § 95 Abs. 2 SGB lll einen gesetzlichen Anspruch auf Saisonkurzarbeitergeld.
FĂŒr das Saisonkurzarbeitergeld ist es wichtig, dass in den Wintermonaten vom Dezember bis MĂ€rz ein witterungsbedingter Arbeitsausfall vorliegt. GemĂ€ĂŸ § 101 Abs. 6 SGB lll wird der Arbeitsausfall durch zwingende WitterungsgrĂŒnde verursacht, wenn es aufgrund von WitterungsgrĂŒnden oder deren Folgewirkungen technisch unmöglich, wirtschaftlich unvertretbar oder fĂŒr die Arbeitnehmer unzumutbar ist, die Arbeiten fortzufĂŒhren.
Das Saisonkurzarbeitergeld soll eine ganzjĂ€hrige BeschĂ€ftigung im Baugewerbe ermöglichen. Und Entlassungen gerade ĂŒber die Winter- beziehungsweise Schlechtwettermonate vermeiden. Saisonkurzarbeitergeld kann nur vom 1. Dezember bis 31. MĂ€rz beantragt werden. Die Berechnung des Saisonkurzarbeitergeldes erfolgt wie beim konjunkturellen Kurzarbeitergeld.

 

Arbeitnehmer, die von einem dauerhaften und unvermeidbaren Arbeitsausfall betroffen sind und gemĂ€ĂŸ § 10 SGB III in einer Transfergesellschaft zusammengefasst werden, haben Anspruch auf Transferkurzarbeitergeld, § 111 SGB III. Dies ist zum Beispiel bei Insolvenz des Arbeitgebers der Fall. In der Zeit, in der Transferkurzarbeitergeld gewĂ€hrt wird, muss der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer bei der Beschaffung einer neuen BeschĂ€ftigung helfen. Transferkurzarbeitergeld wird fĂŒr maximal 12 Monate gezahlt.

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Alle Angaben ĂŒber Kurzarbeitergeld ohne GewĂ€hr.