Pensionsfonds

Ein Pensionsfonds ist eine versicherungsĂ€hnliche, rechtlich selbststĂ€ndige Versorgungseinrichtung, die dem Arbeitnehmer oder den Hinterbliebenen einen Rechtsanspruch auf Leistungen gewĂ€hrt. Pensionsfonds sind neben der Direktversicherung, Direktzusage, UnterstĂŒtzungskasse und Pensionskasse der fĂŒnfte DurchfĂŒhrungsweg der betrieblichen Altersversorgung.

 

Auf Basis des Kapitaldeckungsverfahrens werden Leistungen der betrieblichen Altersversorgung fĂŒr Arbeitgeber zugunsten von Arbeitnehmern erbracht. Dazu schließt der Arbeitgeber mit dem Pensionsfonds einen Pensionsfondsvertrag mit einem Pensionsplan ab und gibt dem Arbeitnehmer ein Versorgungsversprechen ĂŒber den DurchfĂŒhrungsweg Pensionsfonds.

 

Den Arbeitnehmern wird dabei ein eigener Anspruch auf Leistungen gegen den Pensionsfonds eingerÀumt. Weiterhin ist der Pensionsfonds verpflichtet, die Versorgungsleistung als lebenslange Altersrente oder in Form eines Auszahlungsplans zu erbringen. GrundsÀtzlich sind nur Rentenleistungen vorgesehen, wobei aber eine Kapitalleistung von bis zu 30 % des angesparten Kapitals als Einmalauszahlung erfolgen kann. Leistungen aus dem Pensionsfonds unterliegen der vollen Steuerpflicht (nachgelagerte Besteuerung).

 

Die Finanzierung des Pensionsfonds erfolgt durch BeitrĂ€ge der Unternehmen / Arbeitgeber und der daraus resultierenden ErtrĂ€ge. Die BeitrĂ€ge können im Wege der Entgeltumwandung durch den Arbeitnehmer erbracht werden. Das fĂŒhrt sofort zu unverfallbaren AnsprĂŒchen und diese können vom Arbeitnehmer bei einem Arbeitgeberwechsel mitgenommen werden. Gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmer und Rentner mĂŒssen nachgelagert aus gezahlten VersorgungsbezĂŒgen BeitrĂ€ge zur Kranken- und Pflegeversicherung entrichten. VersorgungsbezĂŒge sind im § 229 SGB V definiert. Renten der betrieblichen Altersversorgung zĂ€hlen unabhĂ€ngig vom DurchfĂŒhrungsweg zu den VersorgungsbezĂŒgen. Bei Versorgungsberechtigten, die gesetzlich beziehungsweise freiwillig krankenversichert sind, fallen wĂ€hrend der Leistungsbezugsphase die vollen BeitrĂ€ge (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil) zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung an. Mindestgrenze fĂŒr die Erhebung von BeitrĂ€gen ist die steuerrechtliche Bagatellgrenze im Rahmen der KVdR-Verbeitragung der betrieblichen Altersversorgung (§ 226 SGB V). Diese liegt gemĂ€ĂŸ § 18 SGB IV bei 1/20 der BezugsgrĂ¶ĂŸe, im Jahr 2014 bei einer Monatsrente in Höhe von 138,50 €.

 

Zur Absicherung gegen Insolvenz des Arbeitgebers und damit eines möglichen Ausfalls des Arbeitgebers fĂŒr die Nachschusspflicht muss dieser sich ĂŒber einen Pensionssicherungsverein absichern.

 

Pensionsfonds erreichen im Normalfall eine höhere Rendite als Pensionskassen, da die Kapitalanlage vorwiegend in Form von Aktien erfolgt. Bis zu 90 % des Vermögens kann in Aktien angelegt werden. Die Investition in Anleihen, Investmentfonds, Immobilien und Schuldverschreibungen ist unbegrenzt möglich. Damit besteht aber auch ein höheres Risiko. Der große Unterschied zur Pensionskasse besteht also in den geringeren BeschrĂ€nkungen der Kapitalanlagepolitik.

 

Pensionsfonds in Deutschland mĂŒssen von der BaFin (Bundesanstalt fĂŒr Finanzdienstleistungsaufsicht) zugelassen werden.

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