Das neue Bestandsprüfungsverfahren – erste Erkenntnisse


Das neue Bestandsprüfungsverfahren – erste Erkenntnisse

Am 1. Januar 2018 ist das neue Bestandsprüfungsverfahren durch die Krankenkassen in Kraft getreten. Es war fragwürdig, inwieweit die Krankenkassen dieses neue Verfahren nutzen würden. Nun, die ersten Erkenntnisse, die zu dem neuen Bestandsprüfungsverfahren vorliegen, zeigen, dass Nachbesserungsbedarf besteht.

Mit dem neuen Bestandsprüfungsverfahren sind die Krankenkassen verpflichtet, eventuelle Fehler in den Meldungen mit den jeweiligen Arbeitgebern zu klären. Die fehlerhafte Meldung muss der Arbeitgeber durch die Stornierung und Neuanmeldung korrigieren. Mit Einführung des Bestandsprüfungsverfahrens lässt es das Gesetz nun auch zu, dass die Meldungen auch durch die Krankenkassen korrigiert werden. Erfolgt die Zustimmung des Arbeitgebers zu dieser Korrektur, wird die korrigierte Meldung von der Krankenkasse an die Rentenversicherung gemeldet. Außerdem wird die fehlerhafte Meldung um den korrigierten Wert ergänzt und dem Arbeitgeber gesendet.

Nach gut einem halben Jahr Echtbetrieb ist zu erkennen, dass in den Meldungen fast alle Werte betroffen sind. Den häufigsten Korrekturbedarf gab es bei der Versicherungsnummer und beim Abgabegrund. Auch waren die Beitragsgruppe und der Zeitraumbeginn falsch und mussten korrigiert werden. Doch auch bei der Staatsangehörigkeit und der Angabe des Entgelts stellten die Krankenkassen einige Fehler fest, bei denen eine Korrektur vorgenommen werden musste.

Ungünstiger Zeitraum für den Start, aber…

es hat dennoch gut funktioniert.

Der Zeitpunkt für den Start des Bestandsprüfungsverfahrens war denkbar ungünstig. Rund 32 Millionen Jahresmeldungen kamen im Januar und Februar bei den Krankenkassen an. Zusammen mit den übrigen Meldungen kamen die Krankenkassen auf über 62 Millionen Meldungen in den ersten vier Monaten des Jahres, die verarbeitet wurden. Dabei mussten etwa 260.000 Meldungen im Rahmen des Bestandsprüfungsverfahren durch die Krankenkasse korrigiert werden, was einem Wert von 0,4 % der eingehenden Meldungen entspricht.

Zu Anfang des Verfahrens mangelte es an der fehlenden Abstimmung der Krankenkassen zu den Arbeitgebern. Meldungen wurden in einigen Fällen durch die Krankenkassen korrigiert und an die Rentenversicherung weitergeleitet, ohne dass der Arbeitgeber eingebunden wurde. Dabei erfuhr der Arbeitgeber erst durch die maschinelle Rückmeldung von der veränderten Meldung.

Aus diesem Grund soll zukünftig die vorgenommene Änderung durch die Krankenkasse mit dem Arbeitgeber systemseitig dokumentiert werden, um ein vollständig revisionsfähiges Verfahren zu gewährleisten.

Anpassungen zum 01.01.2019

In der Besprechung der Spitzenorganisationen der Sozialversicherung am 28.06.2018 wurde beschlossen, die gemeinsamen Grundsätze zum Bestandsprüfungsverfahren zu erweitern. Diese Anpassungen werden am 01. Januar 2019 in Kraft treten.

Unabhängig von diesen Anpassungen gibt es Überlegungen in die Richtung, dass das Verfahren weitreichender reformiert werden soll. Es wäre denkbar, dass in Zukunft mit Rückmeldung durch die Krankenkasse die Aufforderung an den Arbeitgeber ergeht, dass die Meldung korrigiert werden muss. Dadurch würde die Korrektur der Meldung innerhalb der Entgeltabrechnung bleiben.