Die Lohnabrechnung für Minijobs

Minijob – ein Begriff, der so ziemlich jedem geläufig ist. Wobei die genaue Definition und die mit dem Minijob verbundene Verdienstgrenze vielleicht nicht jedem bekannt ist. Die Verdienstgrenze des Minijobs, auch als geringfügige Beschäftigung bezeichnet, beträgt derzeit maximal 450 Euro monatlich (Stand Mai 2016). Für den Arbeitnehmer ist diese Art des Jobs abgaben- und steuerfrei, was den Minijob bei den Arbeitnehmern so beliebt macht. Der Arbeitgeber zahlt einen Pauschalbetrag von 30 Prozent bei der Knappschaft Bahn See. Für Haushaltshilfen in privaten Haushalten wird eine Pauschale von 12 Prozent erhoben.

Das sollten Sie für die Abrechnung von Minijobs wissen

Unternehmer sollten die strengen Regeln, die der Abrechnung eines Minijobs unterliegen, kennen und befolgen. Wer Minijobber abrechnet, sollte einige wichtige Punkte beachten, die nachfolgend benannt werden.

Folgende wichtige Auflagen dürfen nicht außeracht gelassen werden:

  1. Der Lohn des Minijobs darf im Jahresdurchschnitt die 450 Euro (Jahreshöchstverdienstgrenze ist 5400 Euro) NICHT übersteigen.
  2. Der Minijob darf nicht auf 50 Arbeitstage sowie zwei Arbeitsmonate im Jahr als sogenannte kurzfristige Beschäftigung befristet

Sollte der monatliche Lohn des Minijobbers die 450 Euro übersteigen, tritt die volle Versicherungspflicht in allen Bereichen der Sozialversicherung ein. Wobei hier eine Erklärung der Bundesfinanzdirektion Koblenz vorliegt, die das Ganze etwas lockert. Hier heißt es, dass die Versicherungspflicht zum einen nicht automatisch eintrete und zum anderen ein „nicht vorhersehbares und gelegentliches Überschreiten“ nicht direkt zur vollen Versicherungspflicht führe. Als „gelegentlich“ ist hier ein Zeitraum von drei Monaten innerhalb eines Kalenderjahres zu sehen.

Die Pauschale, die an die Knappschaft Bahn See zu zahlen ist, teilt sich in folgende Positionen auf:

  • Steuern (pauschale Lohnsteuer von 2%)
  • Kirchensteuer (in pauschaler Steuer bereits enthalten)
  • Solidaritätszuschlag (ebenfalls in pauschaler Steuer enthalten)
  • Krankenversicherung (13% des Lohns)
  • Rentenversicherung (15% des Lohns)
  • Gesetzliche Unfallversicherung

Minijobber, die in Privathaushalten beschäftigt sind, unterliegen anderen Pauschalen.

Steuern

Nutzt der Arbeitgeber die Lohnsteuermerkmale, beträgt die pauschale Lohnsteuer bei einem Minijob 2%. In dieser Pauschale sind sowohl die Kirchensteuer als auch der Solidaritätszuschlag enthalten. Beschäftigt der Arbeitgeber den Minijobber nicht mit der Lohnsteuerkarte, beziehungsweise der elektronischen Lohnsteuerkarte (ELStAM), kann nach §40a Abs. 2a EStG auch eine 20%-Pauschale gewählt werden.

Krankenversicherung

Die 13%, die für den Minijobber an die Krankenversicherung zu zahlen sind, werden komplett vom Arbeitgeber bezahlt. An die Rentenversicherung ist ein pauschaler Betrag von 15% des Lohns zu entrichten. Den Restbetrag von 3,7% zahlt der Beschäftigte, das heißt, der Eigenanteil beträgt 16,65 Euro. Allerdings können sich Minijobber von diesem Eigenanteil befreien lassen.

Hierfür ist der „Antrag auf Befreiung von der Rentenversicherungspflicht bei einer geringfügig entlohnten Beschäftigung nach § 6 Absatz 1b Sozialgesetzbuch Sechstes Buch (SGB VI)“ zu stellen. 

Gesetzliche Unfallversicherung

Minijobber sind grundsätzlich unfallversichert, das heißt, der Arbeitgeber muss den Arbeitnehmer der gesetzlichen Unfallversicherung melden. Hier gelten die branchenüblichen Sätze.

Zu den Sozialversicherungsbeiträgen und den Steuern ist der Arbeitgeber verpflichtet, verschiedene Umlagen zu entrichten. Dies sind

  • Umlage 1 – Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle (1%)
  • Umlage 2 – Lohnfortzahlung bei Mutterschaft (0,3%)
  • Umlage für Insolvenzgeld mit 0,15%

Berechnungsbeispiel

Das monatliche Gehalt des Minijobbers beträgt 450 Euro. Der Arbeitnehmer hat keine Lohnsteuerkarte vorgelegt und ist von der Rentenversicherung befreit.

 

Positionen

Prozent

Betrag in Euro

Lohnsteuer

 2%

  9,00

Rentenversicherung

15%

 67,50

Krankenkasse

13%

 58,50

Umlage 1

 1%

  4,50

Umlage 2

 0,30%

  1,35

Insolvenzgeld

 0,15%

  0,68

SUMME

31,45%

141,53

 

Für den Arbeitgeber bedeutet dies eine monatliche Gesamtbelastung von 591,53 Euro für den Minijobber. Das Bruttogehalt von 450 Euro erhält der Arbeitnehmer als Nettogehalt ausgezahlt.