Im Kostenvergleich – kurzfristiger Minijob und 450-Euro-Minijob


Im Kostenvergleich – kurzfristiger Minijob und 450-Euro-Minijob

Für Arbeitgeber und Arbeitnehmer: kurzfristiger Minijob und 450-Euro-Minijob im Kostenvergleich – während der eine aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht günstiger als der andere ist, kann es am Ende für den Beschäftigten teurer kommen.

Kurzfristige Minijobs sind aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht günstiger als der 450-Euro-Minijob. Für eine befristete Zeit ist der kurzfristige Minijob in der Sozialversicherung frei – unabhängig davon, was der Arbeitnehmer als Arbeitsentgelt erhält. Dahingegen ist der 450-Euro-Minijob unbefristet möglich und beitragspflichtig.

Innerhalb eines Kalenderjahres darf der kurzfristig Beschäftigte 70 Arbeitstage oder längstens 3 Monate beschäftigt sein. Und diese Beschäftigung kann mit einem monatlichen Entgelt von 450 Euro sowohl eine kurzfristige Beschäftigung als auch ein 450-Euro-Minijob sein. Dass eine kurzfristige Beschäftigung nicht immer die bessere Wahl ist, möchten wir Ihnen im Folgenden näher erläutern.

Umlagen und Sozialversicherungsbeiträge im Vergleich

Bei einem kurzfristigen Minijob werden weder vom Arbeitgeber noch vom Arbeitnehmer Sozialversicherungsbeiträge abgeführt. Für den Arbeitgeber bedeutet dies geringere Lohnnebenkosten.

Beschäftigt der Arbeitgeber dagegen einen 450-Euro-Minijobber, zahlt der Arbeitgeber pauschal 13 % Krankenversicherungsbeitrag an die Minijob-Zentrale. Dazu kommen noch pauschal 15 % für die Rentenversicherung des Arbeitnehmers. Zusätzlich zahlt der Arbeitnehmer 3,6 % in die Rentenversicherung, sofern er keinen Antrag zur Befreiung der Rentenversicherungspflicht gestellt hat.

Bei beiden Beschäftigungsformen sind die Umlagen U1 – Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall – und U2 – Mutterschutzausgleich – und die Insolvenzgeldumlage zusätzlich vom Arbeitgeber zu zahlen.

Der 450-Euro-Minijob – pauschale Steuer oder individuelle Lohnsteuer

Beim 450-Euro-Minijob gibt es einen ganz klaren Steuervorteil: hier kann zwischen einer individuellen Besteuerung anhand der Lohnsteuerabzugsmerkmale des Beschäftigten oder mit der 2%-Pauschsteuer gewählt werden.

In den meisten Fällen werden Minijobs mit der 2%-Pauschsteuer (inklusive der Kirchensteuer und dem Solidaritätszuschlag) abgerechnet. Der Betrag aus der Pauschsteuer wird mit den Sozialversicherungsbeiträgen an die Minijob-Zentrale gezahlt. Bei dieser Variante wird der Verdienst, resultierend aus dem Minijob, bei der Steuererklärung des Beschäftigten nicht berücksichtigt.

Die kurzfristige Beschäftigung – pauschale Steuer oder individuelle Lohnsteuer

Grundsätzlich wird bei kurzfristigen Beschäftigungen die Lohnsteuer nach den individuellen Lohnsteuermerkmalen des Arbeitnehmers abgerechnet. Das heißt, die Höhe der durch den Arbeitnehmer zu zahlenden Steuern richtet sich nach seinen ELStAM (individuelle Freibeträge, Steuerklasse, usw.). Wie hoch die Steuerbelastung endgültig ist, wird erst unter Berücksichtigung weiterer steuerpflichtiger Einkünfte nach Einreichung der Steuererklärung ersichtlich.

Es besteht auch die Möglichkeit, bei einem kurzfristigen Minijob das Arbeitsentgelt pauschal mit 25 % zu versteuern.

Die individuelle steuerliche Belastung für den Arbeitnehmer

Der Fall: ein Arbeitnehmer verdient 450 Euro im Monat und zahlt keine Sozialversicherungsbeiträge – sowohl bei dem beitragsfreien kurzfristigen Minijob als auch bei dem 450-Euro-Minijob (Befreiung von der Rentenversicherung liegt vor). Nach Berücksichtigung der individuellen ELStAM des Mitarbeiters ergibt sich für den Arbeitnehmer die folgende Lohnsteuerbelastung (Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer ausgenommen):

  • 0 Euro in den Steuerklassen 1 bis 4
  • 43,33 Euro in der Steuerklasse 5 und
  • 55,41 Euro in der Steuerklasse 6

Nach Ablauf des Kalenderjahres kann es im Falle einer individuellen Versteuerung in den Steuerklassen 1 bis 4 aufgrund der Steuererklärung durch den Minijobber zu einer nachträglichen Steuerbelastung kommen. Die Steuerbelastung ist von verschiedenen Kriterien abhängig, wie beispielsweise bei Zusammenveranlagung beider Partner von den Einkünften des Partners oder weiteren steuerpflichtigen Arbeitseinkünften. Um die nachträgliche Steuerbelastung zu vermeiden, sollte die Lohnsteuer pauschal erhoben werden.

Aus Sicht des Arbeitgebers: Minijob oder kurzfristige Beschäftigung?

Da vom Arbeitgeber keine Sozialversicherungsbeiträge abzuführen sind und der Arbeitnehmer die Steuern trägt, ist der kurzfristige Minijob für den Arbeitgeber stets die günstigste Variante. Mit diesem Wissen werden sich Arbeitgeber bei einem Beschäftigungsverhältnis von maximal 3 Monaten oder 70 Arbeitstagen zu einer kurzfristigen Beschäftigung mit einem Arbeitsentgelt von 450 Euro pro Monat entscheiden. Der Minijob wäre für den Arbeitgeber um 30 % teurer als die kurzfristige Beschäftigungs-Variante.

Aus Sicht des Arbeitnehmers: Minijob oder kurzfristige Beschäftigung?

Für den Arbeitnehmer kann ein kurzfristiger Minijob im Hinblick auf die Steuerseite ein brutto für netto-Ergebnis aufzeigen. Allerdings setzt dies voraus, dass alle steuerlichen Einkünfte in Summe den Grundfreibetrag (bei Ledigen 9.000 Euro, bei Verheirateten 18.000 Euro bei Zusammenveranlagung) nicht übersteigen.

 

Der kurzfristige Minijob dürfte für Studenten und Schüler am Ende abgabenfrei bleiben, da spätestens im Zuge der Steuererklärung zu viel gezahlte Steuern zurückerstattet werden.

Gehen Arbeitnehmer einer Hauptbeschäftigung nach und üben nebenbei noch eine kurzfristige Beschäftigung aus, ist die Steuerbelastung durch die Steuerklasse 6 definitiv ungünstig.