Keine 1-Prozent-Methode bei rein privater Nutzung eines Fahrzeugs

Wird ein Fahrzeug gemischt betrieblich und privat genutzt, kann der private Mehrwert im Rahmen der 1-Prozent-Methode steuerlich geltend gemacht werden. Bei Gesellschaftern handelt es sich dabei um eine verdeckte Gewinnausschüttung. Stellt sich allerdings nachträglich heraus, dass die Nutzung des Fahrzeugs rein privater Natur war, kommt die 1-Prozent-Methode nicht mehr in Frage.

Der Fall: 100-prozentige Privatnutzung

Der Geschäftsführer einer GmbH hatte seiner getrennt lebenden Ehefrau ein betriebliches Fahrzeug überlassen, sodass diese es rein privat nutzen konnte. Dieser Umstand wurde im Rahmen des Einkommensteuerbescheids mit der Anwendung der 1 Prozent-Methode nach § 8 Abs. 2 EStG gewürdigt. Infolge einer Kontrollmitteilung nach einer bei der GmbH erfolgten Betriebsprüfung wurde der Bescheid geändert. Plötzlich wurde die verdeckte Gewinnausschüttung nicht mehr nach der 1 Prozent-Methode, sondern anhand der deutlich höheren tatsächlichen Kosten des Fahrzeugs bewertet. Der Steuerpflichtige reichte daraufhin einen Einspruch gegen den Änderungsbescheid sowie einen Antrag auf Aussetzung der Vollziehung ein.

Der Beschluss: Keine Aussetzung der Vollziehung

Das Finanzgericht des Saarlandes beschäftigte sich nun mit dem Fall und entschied über die Aussetzung der Vollziehung des angefochtenen Einkommensteuerbescheides. Aus § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG ergibt sich, dass bei einer betrieblichen Nutzung von mehr als 50 Prozent die private Nutzung nach der 1 Prozent-Methode mit 1 Prozent des inländischen Listenpreises zuzüglich etwaiger Kosten für Sonderausstattung und Umsatzsteuer anzusetzen ist. Eine mehr als 50-prozentige betriebliche Nutzung war hier nicht gegeben, weshalb die 1 Prozent-Methode ausschied.

Gemäß § 8 Abs. 2 EStG müssen Einnahmen, die nicht in Form von Geld ausgezahlt werden, nach den üblichen Endpreisen am Abgabeort berechnet werden. Die Richter stellten klar, dass die Höhe der vorzeitigen Gewinnausschüttung, die das Finanzamt festgesetzt hatte, nicht überhöht gewesen sei. Eine Aussetzung der Vollziehung des Einkommensteuerbescheids kam daher nicht in Frage (Beschluss des FG des Saarlandes vom 7. Januar 2015, Az. 1 V 1407/14).