Lohngerechtigkeit per Gesetz

Am 12. Mai 2017 hat das Gesetz zur Lohngerechtigkeit den Bundesrat passiert und wird im Sommer 2017 in Kraft treten. Mit diesem Gesetz möchte die Bundesregierung Frauen unterstützen, dass sie bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit den Anspruch auf gleiches Entgelt haben.

Im Durchschnitt verdienen Frauen um einiges weniger als Männer. Die Lohndifferenz zwischen dem Verdienst von Frauen und Männern liegt bei rund 21 Prozent.

Selbst wenn man die Sachverhalte, dass Frauen häufig in Teilzeitjobs und seltener in Führungspositionen  oder im sozialen Bereich mit geringeren Verdiensten arbeiten, herausrechnet, liegt die Differenz noch bei 7 Prozent. In Zahlen ausgedrückt: eine Frau verdient im Schnitt etwa 4,50 Euro die Stunde weniger als ein Mann.

Um dies zu ändern, hat das Bundeskabinett im Januar dieses Jahres ein Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit beschlossen, welches im Mai vom Bundesrat „abgesegnet“ wurde.

Das Gesetz zur Lohngerechtigkeit –Transparenz von Entgeltregelungen

Das Gesetz zur Lohngerechtigkeit – oder auch als Entgelttransparenzgesetz bezeichnet – gilt für Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern.

Unternehmen, die über 500 Mitarbeiter beschäftigen, müssen sogar die Gehaltsstrukturen in regelmäßigen Abständen überprüfen, um somit die Lohngleichheit zu gewährleisten. Und damit noch nicht genug: diese Unternehmen müssen die „Entgeltstrukturen auf die Einhaltung der Entgeltgleichheit“ nicht nur überprüfen, sondern regelmäßig öffentlich einsehbare Berichte zur Lohngleichheit vorlegen. 

Für die Mitarbeiterinnen im Unternehmen heißt dies, dass sie zukünftig Informationen darüber verlangen dürfen, was der vergleichbare, männliche Kollege verdient. Dabei bezieht sich der Auskunftsanspruch nicht auf das konkrete Entgelt der Mitarbeiter, sondern auf ein monatliches, durchschnittliches Bruttoentgelt von Mitarbeitern, die die gleiche Tätigkeit oder vergleichbare Tätigkeiten ausüben.

In Unternehmen, die tarifgebunden sind, soll der Auskunftsanspruch durch die Betriebsräte wahrgenommen werden. In Unternehmen ohne Betriebsrat oder ohne Tarifverträge wenden sich die Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter direkt an den Arbeitgeber.

Maßnahmen der Bundesregierung zur Schließung der Lohnlücke

Mit der Einführung des allgemein gesetzlichen Mindestlohns hat die Bundesregierung bereits eine erste Maßnahme auf den Weg gebracht. Denn von dem Mindestlohn profitieren mehrheitlich Frauen, die in niedrig entlohnten Dienstleistungsbereichen oder in geringfügigen Jobs beschäftigt sind. Als weitere Maßnahmen sind der Ausbau der Kinderbetreuung, das Elterngeld und das Elterngeld Plus und auch die Verbesserung der Familienpflegezeit zu nennen.

Notfalls höheren Lohn einklagen

Durch den Auskunftsanspruch können Beschäftigte erfahren, was andere Kollegen und Kolleginnen verdienen und nach welchen Kriterien der Job bewertet wird. In besonderen Fällen können die Mitarbeiter sogar auf eine höhere Bezahlung klagen.