Zinsverbilligte Arbeitgeberdarlehen über 2.600 Euro lohnsteuerpflichtig

Das Bundesfinanzministerium hat mit Erlass vom 19.Mai 2015 die Bestimmungen zur steuerlichen Einstufung und Bewertung von Arbeitgeberdarlehen reformiert.

Definition: Lohnsteuerpflichtige Arbeitgeberdarlehen

Ein lohnsteuerpflichtiges Arbeitgeberdarlehen liegt vor, wenn die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  1. Wenn der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer eine Geldsumme auf Basis eines Darlehensvertrages übergibt, gewährt er ein Arbeitgeberdarlehen. Dies gilt auch für die vergleichbare Geldüberlassung durch einen Dritten auf Basis des Dienstverhältnisses. Als Arbeitgeberdarlehen gelten jedoch nicht ein Vorschuss auf Reisekosten oder auf Auslagenersatz sowie Lohnabschläge und Gehaltsvorschüsse, sofern sie lediglich von der ursprünglichen Vereinbarung der Zahlungsbedingungen abweichen.
  2. Zinsvorteile aus einem Arbeitgeberdarlehen unterliegen als Sachbezüge nur dann der Lohnsteuerpflicht, wenn der Darlehensbetrag die Freigrenze von 2.600 Euro übersteigt. Kleinere Arbeitgeberdarlehen von maximal 2.600 Euro sind somit steuerrechtlich irrelevant. Die Freigrenze errechnet sich auf Basis jener Darlehenssumme, die am Ende des Lohnzahlungszeitraumes noch nicht getilgt ist. Bei mehreren Darlehen ist die Gesamtsumme aller Darlehensbeträge entscheidend.
  3. Zinsvorteile liegen vor, wenn der Arbeitgeber für das Darlehen einen Zinssatz verrechnet, der das marktübliche Maß unterschreitet (zinsverbilligtes Darlehen). Diese geldwerten Vorteile muss der Arbeitnehmer als Arbeitslohn versteuern.

Dokumentation und Bewertung der Zinsvorteile

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die steuerpflichtigen Zinsvorteile aus einem zinsverbilligten oder zinslosen Arbeitgeberdarlehen zu ermitteln und zu dokumentieren. Die Bewertung richtet sich danach, ob der Arbeitgeber als Finanzunternehmen einzustufen ist oder nicht.

Wenn der Arbeitgeber kein Finanzunternehmen ist, sind die Zinsvorteile mit dem üblichen Marktstabzinssatz für vergleichbare Darlehen am Abgabeort abzüglich des pauschalen Abschlages in Höhe von 4 Prozent zu bewerten (§ 8 Absatz 2 Satz 1 EStG). Diese Bestimmung betrifft beispielsweise Gewerbebetriebe, Handel und Industrie.

Wenn der Arbeitgeber als Finanzunternehmen betriebsfremden Dritten gleichartige Darlehen gewährt, ist der Rabattfreibetrag in Höhe von 1.080 Euro nach § 8 Abs. 3 EStG zu berücksichtigen. Als klassischer Anwendungsfall gilt die Vergabe eines zinsverbilligten Darlehens an einen Bankangestellten.