Der Erstattungsantrag U1

Was ist das Umlageverfahren U1?

Erkrankt ein Mitarbeiter im Unternehmen, entstehen dem Arbeitgeber Kosten. Mit dem Umlageverfahren U1 kann im Krankheitsfall des Mitarbeiters das Risiko für den Unternehmer abgesichert werden. Das heißt, die Umlage U1 ist als eine Kaskoversicherung für das Unternehmen zu sehen.

Die Umlage U1 – Erstattung im Krankheitsfall

Arbeitgeber haben bei der Umlage U1 ein Wahlrecht, wie hoch die Beiträge und daraus resultierend die Erstattung im Krankheitsfalle ist.

Als Umlagebeitragssätze stehen dem Arbeitgeber

  • der ermäßigte
  • der allgemeine und
  • der erhöhte

Beitragssatz zur Auswahl. Beim ermäßigten Umlagebeitragssatz erhält der Arbeitgeber 50 %, beim allgemeinen zwischen 60 und 65 und beim erhöhten Beitragssatz 80 %. Eine 100 %-ige Erstattung gibt es bei der Umlage U1 nicht.

Der Erstattungsantrag

Seit dem Jahre 2011 übermitteln die betroffenen Arbeitgeber die Erstattungsanträge für die Entgeltfortzahlung auf elektronischem Wege. Dies kann direkt aus dem Entgeltabrechnungsprogramm oder mit maschinellen Ausfüllhilfen (svnet.de) erfolgen. Die Datenübertragung erfolgt auf verschlüsseltem und gesichertem Weg an die entsprechende, für den Mitarbeiter, zuständige Krankenkasse.

Formulare zum Ausdrucken und Ausfüllen sind bei manchen Krankenkassen auf der Webseite noch zu finden, werden von den Krankenkassen allerdings nicht mehr anerkannt.

Inhalt des Erstattungsantrags

Bei der Antragstellung auf Erstattung bei Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers müssen bestimmte Angaben übermittelt werden. Dazu zählen unter anderem die Angaben zum Arbeitgeber inklusive der Betriebsnummer und den Adressdaten.

Angaben zum Arbeitnehmer wie Name, Anschrift, Rentenversicherungsnummer und Angaben zum Beschäftigungsverhältnis gehören zu den Pflichtangaben. Wichtig ist die Angabe des Erstattungszeitraums, die Arbeitszeit und das fortgezahlte Bruttoarbeitsentgelt.

Erfolgt die Übermittlung der Daten über ein Entgeltabrechnungsprogramm werden die notwendigen Angaben in der Regel automatisch durch die vorherigen, getätigten Eingaben als Meldedaten übernommen.

Bei Übermittlung der Daten über svnet.de müssen die Daten entsprechend händisch erfasst werden.

Was ist bei dem Erstattungsantrag U1 zu beachten?

In § 3 Abs. 3 des Entgeltfortzahlungsgesetzes ist geregelt, dass bei der Erstattung der Arbeitgeberaufwendungen die vorgeschriebene, vierwöchige Wartefrist zu berücksichtigen ist. Gibt es anderslautende Vereinbarungen, beispielsweise im Tarifvertrag, kann von dieser Wartezeit abgesehen werden.

Der Anspruch auf Erstattung der Arbeitgeberaufwendungen besteht für längstens 42 Kalendertage, also für längstens 6 Wochen.

Fristen beim Erstattungsantrag U1

Nach § 6 AAG verjährt der Erstattungsanspruch nach vier Jahren – und zwar nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem er entstanden ist.