Die Umlagesätze U1 und Erstattungssätze

Die Umlage U1 ist als eine Art Kaskoversicherung zu sehen, bei der der Arbeitgeber gegen die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall des Arbeitnehmers versichert ist.  

Sind die Voraussetzungen zu der Pflichtversicherung gegeben, muss jeder Arbeitgeber daran teilnehmen – ohne Ausnahme.

Welche U1-Umlagesätze gibt es?

Der Arbeitgeber zahlt einen individuellen Beitragssatz zum Umlageverfahren U1 und erhält im Krankheitsfalle des Arbeitnehmers einen gewissen Prozentsatz (allerdings niemals 100%) von der Lohnfortzahlung, zurückerstattet.

Die Umlagesätze U1 werden individuell von den Krankenkassen festgelegt.

Dabei wird das Arbeitsentgelt bis zur Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung für die Berechnung zugrunde gelegt.

Die Umlage ist an die Krankenkasse abzuführen, bei der der Arbeitnehmer versichert ist. Da die Krankenkassen die Umlagesätze selbst festlegen können, kommen bei der Abrechnung auch unterschiedliche Umlagesätze U1 zum Tragen, die der Arbeitgeber entsprechend berücksichtigen muss.

Geringfügig Beschäftigte sind über die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See abzurechnen.

Die Umlagesätze und Erstattungssätze

Für geringfügig Beschäftigte beträgt der Umlagesatz 1,00% – die Erstattung beträgt 80%.

Dagegen können für Angestellte, Auszubildende und Praktikanten und andere Arbeitnehmer unterschiedliche Umlagesätze ausgewählt werden – die allerdings von Krankenkasse zu Krankenkasse variieren. Auch die Erstattungssätze sind von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich.

Arbeitgeber können zwischen den folgenden Umlagesätzen und Erstattungssätzen wählen:

Umlagesatz U1

Erstattungssatz

–          ermäßigt

50%

–          allgemein

60 bis 65%

–          erhöht

80%

 

Arbeitgeber können ab Beginn der Umlagepflicht zwischen diesen drei Umlagesätzen und der damit verbundenen Erstattung wählen. Der Umlagesatz U1, den der Arbeitgeber auswählt, gilt für mindestens ein Kalenderjahr und wird automatisch um 12 weitere Monate verlängert, wenn nicht bis spätestens zum 31. Januar des Folgejahres ein anderer Umlagesatz ausgewählt wird.

Möchte ein Arbeitgeber ab dem neuen Kalenderjahr einen anderen Umlagesatz U1 wählen, muss er den Änderungsantrag schriftlich bis spätestens zum 31. Januar des neuen Kalenderjahres einreichen. Der ausgewählte U1-Umlagesatz gilt rückwirkend ab dem 1. Januar.

Ein unterjähriger Wechsel zwischen den Umlagesätzen ist nicht möglich.

Erkrankt ein Arbeitnehmer, erfolgt die Erstattung nach dem ausgewählten U1-Umlagssatz. Hat der Arbeitgeber den ermäßigten Satz gewählt, bekommt er 50% des Bruttoarbeitsentgelts erstattet. Hat sich der Arbeitgeber für den erhöhten Satz entschieden, muss er natürlich auch höhere Beträge an die Krankenkasse abführen, erhält allerdings auch 80% des Bruttoarbeitsentgelts erstattet.

Einmalbeträge werden bei den Erstattungen generell nicht berücksichtigt!

Die Umlage- und Erstattungssätze sind auf der Webseite der jeweiligen Krankenversicherung des Arbeitnehmers ersichtlich und müssen von dort übernommen werden. In der Regel erfolgt die Festlegung der Umlage- und Erstattungssätze zum neuen Kalenderjahr.