Einzelheiten zur Berechnung der U1 Erstattung

Die Umlage U1 – fĂŒr jeden Arbeitgeber mit bis zu 30 Arbeitnehmern verpflichtend. Die BeitragssĂ€tze zur U1 werden individuell von den Krankenkassen festgelegt, das heißt, die Ausgleichskasse ist die Krankenkasse, bei der der Arbeitnehmer krankenversichert ist. Bei Mitarbeitern, die im Unternehmen geringfĂŒgig beschĂ€ftigt sind, ist die Minijobzentrale der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft Bahn-See zustĂ€ndig.

Zum 01. Januar 2017 sank die Umlage U1 fĂŒr geringfĂŒgig BeschĂ€ftigte von vorher 1,0% auf 0,9%. Die Entgeltersatzleistungen betragen weiterhin 80%.

Die Grundlage der Berechnung der U1 Erstattung

Als Basis der Berechnung dient das Arbeitsentgelt bis zur Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung. Bei der Beitragsberechnung als auch bei der Erstattung der Umlage U1 bleiben einmalige Zahlungen gemĂ€ĂŸ § 7 Abs. 2 Satz 2 AAG unberĂŒcksichtigt. Dies gilt auch fĂŒr die Umlage U2 – Aufwendungen bei Mutterschaft.

Auf fiktives Entgelt innerhalb der Kurzarbeit werden keine UmlagebeitrÀge fÀllig.

Im Falle von variablen Arbeitsentgelten, beispielsweise in Form von Provisionen oder ÜberstundenvergĂŒtungen, die meist nicht in dem Monat abgerechnet werden, in denen der Anspruch darauf entsteht, können dem nĂ€chsten oder ĂŒbernĂ€chsten Entgeltabrechnungszeitraum zugeordnet werden.

Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall

Generell hat jeder Arbeitnehmer im Krankheitsfall Anspruch auf Lohnfortzahlung ĂŒber die Dauer von sechs Wochen. Die Frist von sechs Wochen beginnt mit dem Tag NACH Beginn der ArbeitsunfĂ€higkeit. Im Falle, dass die ArbeitsunfĂ€higkeit an einem Arbeitstag VOR Beginn der Arbeit eintritt, zĂ€hlt dieser Arbeitstag mit.

Erkrankt der Arbeitnehmer wĂ€hrend des Arbeitstages, erfolgt fĂŒr den Resttag auf das zu zahlende Arbeitsentgelt im Rahmen der Entgeltfortzahlungsversicherung keine Erstattung. FĂŒr Erkrankungen ab dem 01.07.2010 wird nach dieser Rechtsauffassung verfahren.

Das heißt: GrundsĂ€tzlich ist ausschließlich das Arbeitsentgelt erstattungsfĂ€hig, welches nach den Vorschriften des Entgeltfortzahlungsgesetzes ausgezahlt wurde. Ein bereits begonnener Arbeitstag zĂ€hlt nicht zu der Sechs-Wochen-Frist, sondern der Erstattungszeitraum beginnt grundsĂ€tzlich immer nach dem ersten, vollstĂ€ndigen, ausgefallenen Arbeitstag.

Basiswert fĂŒr die U1 Erstattung

Sowohl die Umlage U1 als auch die Umlage U2 sind vom Arbeitsentgelt zu berechnen, das fĂŒr die BeitrĂ€ge zur gesetzlichen Rentenversicherung maßgeblich ist. Sind Arbeitnehmer von der Rentenversicherungspflicht befreit oder rentenversicherungsfrei, gilt das Arbeitsentgelt als Basiswert, auf das die RentenversicherungsbeitrĂ€ge im Falle, dass Rentenversicherungspflicht besteht, zu berechnen wĂ€re.

Das fortgezahlte Arbeitsentgelt an arbeitsunfÀhige Arbeitnehmer unterliegt ebenfalls der Umlagepflicht.

Beachte:
Nach § 6 Abs. 1 Nr. 2 SGB V werden bei Beamten und beamtenĂ€hnlichen Personen die Entgelte bei ArbeitsunfĂ€higkeit bei der Berechnung der Umlage innerhalb des Ausgleichsverfahrens nicht berĂŒcksichtigt, sofern sie aus der BeschĂ€ftigung erzielt werden, aus der die Krankenversicherungsfreiheit herrĂŒhrt. Somit wĂ€re das Arbeitsentgelt, welches ein Beamter innerhalb einer NebenbeschĂ€ftigung in der privaten Wirtschaft erzielt, umlagepflichtig.

Berechnung der Umlage U1

Die Umlagen U1 und U2 sind mit dem monatlichen Beitragsnachweis an die Krankenkasse des jeweiligen Arbeitnehmers zu melden und abzufĂŒhren. Die Berechnung kann mittels Lohnprogramm erfolgen oder ĂŒber SVnet. Oder die wohl einfachste Variante: ein Lohndienstleister wie lohndirektÂ ĂŒbernimmt die Aufgaben der Lohnabrechnung fĂŒr das Unternehmen.

Was ist SVnet?

Bei SVnet handelt es sich um eine systemgeprĂŒfte Anwendung nach § 22 DEÜV, die das GKV-Zertifikat einer geprĂŒften AusfĂŒllhilfe-Software trĂ€gt und dadurch die Anforderungen nach § 26b SGB IV erfĂŒllt. Mit SVnet können Sozialversicherungsmeldungen und Beitragsnachweise auf elektronischem Weg in verschlĂŒsselter Form ĂŒbertragen werden. FĂŒr Unternehmen, die nicht an der elektronischen DatenĂŒbermittlung, beispielsweise direkt aus dem Lohnprogramm heraus, teilnehmen, ist die kostenlose Variante von SVnet interessant. Die Stammdaten der Mitarbeiter mĂŒssen von Hand erfasst werden, so dass der Einsatz von SVnet eher fĂŒr eine geringe Anzahl an Mitarbeitern Sinn macht.

FĂ€lligkeit des Erstattungsbetrages

Generell muss der Arbeitgeber vor der Übermittlung des Erstattungsantrags prĂŒfen, ob der Anspruch bereits fĂ€llig und dadurch eine Erstattung zum Zeitpunkt der DatenĂŒbertragung bereits möglich ist.

Um einen Erstattungsanspruch geltend zu machen, muss die ArbeitsunfĂ€higkeit des Arbeitnehmers – sobald diese mehr als 3 Tage betrĂ€gt – Ă€rztlich bescheinigt sein.

Der Erstattungsbetrag kann entweder auf das Bankkonto des Arbeitgebers erfolgen oder mit den BeitrÀgen aus den Beitragsnachweisen verrechnet werden.