Altersteilzeit – wer hat Anspruch darauf?

Mit der Altersteilzeit schneller in die wohlverdiente Rente und das Berufsleben langsam ausklingen lassen. Doch kann jeder Arbeitnehmer in Altersteilzeit oder gibt es etwaige Vorgaben, die erfüllt werden müssen? Und wie sieht es mit dem Arbeitgeber aus? Muss der der Altersteilzeit eines Mitarbeiters zustimmen?

 
Grinsende Rentnerin
 

Altersteilzeit – die Voraussetzungen

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Altersteilzeit ist das Alter. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ab 55 Jahre haben Anspruch auf die Altersteilzeit. Das heißt, zum Zeitpunkt des Beginns der Altersteilzeit muss der Mitarbeiter das 55. Lebensjahr bereits vollendet haben.

Des Weiteren muss der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin über einen Arbeitsvertrag verfügen – eine Grundvoraussetzung für die Inanspruchnahme der Altersteilzeit.

Achtung: Gewerbetreibende und Freiberufler zählen nicht als Arbeitnehmer und haben somit auch keinen Anspruch auf Altersteilzeit.

Eine weitere Voraussetzung ist, dass die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter innerhalb der letzten 5 Jahre vor dem Beginn der Altersteilzeit 1.080 Tage eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit ausgeübt hat. Darunter fallen auch das Krankengeld und auch Zeiten, in denen Anspruch auf Arbeitslosengeld oder ALG II bestand. Dabei muss der Arbeitnehmer auch keine Vollzeitstelle für sich beansprucht haben, da die 1.080 Tage auch durch eine Teilzeitbeschäftigung erreicht sein können.

 

Altersteilzeit – freiwillige Entscheidung auf beiden Seiten

Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber steht es frei, ob sie der Altersteilzeit zustimmen. Soll die Altersteilzeit allerdings durch die Bundesagentur für Arbeit gefördert werden, müssen beide Parteien der Altersteilzeit zustimmen.

Auch wenn eine Betriebsvereinbarung, ein Tarifvertrag oder ähnliches den Arbeitgeber zur Altersteilzeit verpflichtet, ist es nicht zwingend für den Arbeitgeber, der Altersteilzeit seines Mitarbeiters zuzustimmen. Ein Unternehmen muss nicht mehr als 5 % der Arbeitnehmer in die Altersteilzeit schicken. Da es allerdings eine freiwillige Entscheidung des Arbeitgebers ist, kann der Prozentsatz der Arbeitnehmer mit Altersteilzeit auch die 5 übersteigen.

 

Wichtig: der Beginn der Altersrente

Es ist ganz wichtig, dass das Ende der Altersteilzeit VOR dem Beginn der Altersrente liegt! Aus diesem Grund sollte man sich im Vorfeld bei der Rentenversicherung erkundigen, wann der Anspruch auf die Altersrente in Kraft tritt und wann man in den vorzeitigen Ruhestand gehen kann.

 

Die Dauer der Altersteilzeit

Die Altersteilzeit muss sich mindestens über 3 Jahre erstrecken, ganz gleich, ob man sich als Arbeitnehmer für das Blockmodell oder das Gleichverteilungsmodell entscheidet.

 

Das Blockmodell

Die meisten Arbeitnehmer entscheiden sich bei der Altersteilzeit für das Blockmodell.

Der Arbeitnehmer arbeitet in der ersten Hälfte der Altersteilzeit Vollzeit, erhält jedoch das reduzierte Altersteilzeit-Gehalt. In der zweiten Hälfte, der so genannten Freistellungsphase, ist der Arbeitnehmer von der Arbeitszeit freigestellt, erhält allerdings weiterhin das Altersteilzeit-Gehalt.

Beispiel:

Herr Schmidt arbeitete wöchentlich 40 Stunden. Die Vereinbarung für die Altersteilzeit im Blockmodell beläuft sich auf 5 Jahre. Das heißt, Herr Schmidt arbeitet 2,5 Jahre in Vollzeit, also weiterhin die 40 Stunden pro Woche. Nach Ablauf der 2,5 Jahre Vollzeit ist Herr Schmidt 2,5 Jahre freigestellt – in der Regel bis zum Anfang der Altersrente.

 

Das Gleichverteilungsmodell

Bei dem Gleichverteilungsmodell wird die Arbeitszeit von Beginn der Altersteilzeit um die Hälfte reduziert – und das auch während der gesamten Altersteilzeit. Dabei ist die Verteilung der wöchentlich zu erbringenden Arbeitsstunden dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer überlassen, richtet sich eventuell nach den Anforderungen des Unternehmens.

Sie haben nun erfahren, welche Voraussetzungen für die Altersteilzeit gegeben sein müssen? In unserem Artikel zum Altersteilgesetz lesen Sie zudem, was bei der Altersteilzeit noch zu beachten ist.

 

Weitere Beiträge

Lohnabzüge verstehen

Verständliche Erklärung von Lohnabzügen

In der Welt der Arbeitsverhältnisse sind Lohnabzüge ein zentraler Bestandteil, der oft Fragen und manchmal auch Verwirrung aufwirft. Egal ob man gerade in das Berufsleben einsteigt oder schon lange dabei ist, ein klares Verständnis der verschiedenen Abzüge vom Bruttogehalt ist essentiell. Dieser Artikel soll Licht ins Dunkel bringen und auf verständliche Weise erklären, was es mit den verschiedenen Arten von Lohnabzügen auf sich hat. Von Steuern über Sozialversicherungsbeiträge bis hin zu betrieblichen Vorsorgeleistungen – wir decken alles ab, was man wissen muss.... weiterlesen

3. Mai 2024


Ausschluss im Arbeitsvertrag

Wirksamkeit von Ausschlüssen im Arbeitsvertrag: Der Konflikt zwischen Lohnabtretung und Pfändung

Die Lohnabtretung bezeichnet die Übertragung von Forderungen eines Arbeitnehmers (Zedenten) an einen neuen Gläubiger (Zessionar) durch einen vertraglichen Akt, wodurch ein Gläubigerwechsel stattfindet. Die rechtlichen Grundlagen hierfür sind in den §§ 398 ff. des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) verankert. Häufig werden bei Verbraucherkrediten Lohnabtretungen von Banken oder anderen Gläubigern vereinbart. ... weiterlesen

2. Mai 2024


Verzinsung und Erstattung von Pflegeversicherungsbeiträgen: Rundschreiben und neues digitales Verfahren ab Juli 2025

Verzinsung & Erstattung von Pflegeversicherungs­beiträgen 2025

Das am 27. März 2024 verkündete "Gesetz zur Stärkung von Wachstumschancen, Investitionen und Innovation sowie Steuervereinfachung und Steuerfairness" (Wachstumschancengesetz) beinhaltet wichtige Regelungen zur Pflegeversicherung. ... weiterlesen

23. April 2024


Nachträglicher Wechsel der pauschalen Bewertungsmethode

Nachträglicher Wechsel der pauschalen Bewertungsmethode

Viele Unternehmen stellen ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einen Dienstwagen zur Verfügung – vor allem dann, wenn diese viel für das Unternehmen unterwegs sind. In den meisten Fällen überlasst der Arbeitgeber seinen Mitarbeitenden auch das Fahrzeug, um zum einen die Fahrten zwischen der Wohnung und der Tätigkeitsstätte zurück zu legen und zum anderen das Fahrzeug privat zu nutzen. ... weiterlesen

1. April 2024


Pfändung_und_Arbeitgeberdarlehen

Zusammentreffen von Pfändungs- und Überweisungsbeschluss und Darlehen

Beim Umgang mit einem Arbeitgeberdarlehen (AG-Darlehen) entstehen spezielle Herausforderungen, wenn gleichzeitig ein Pfändungs- und Überweisungsbeschluss (PfÜb) gegen den darlehensnehmenden Arbeitnehmer vorliegt. Die Situation ändert sich entscheidend, je nachdem, ob der PfÜb vor oder nach der Darlehensvergabe an den Arbeitnehmer zugestellt wird.... weiterlesen

27. März 2024


Entgeltumwandlung

Sicher in die Zukunft: Wie Sie mit Entgeltumwandlung fürs Alter vorsorgen

Um im Alter den gewohnten Lebensstandard beizubehalten, ist es entscheidend, frühzeitig finanzielle Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Eine Möglichkeit hierfür bietet die betriebliche Altersvorsorge, bei der Arbeitgeber eine wesentliche Unterstützungsrolle spielen.... weiterlesen

26. März 2024


LOHNDIREKT

Wir machen es einfach.

Unser Angebot spricht Sie an und Sie möchten eine individuelle Beratung erhalten?
Kontaktieren Sie uns jetzt einfach!

Melden Sie sich jetzt:

0461 / 70 71 555 info@lohndirekt.de

Mo.-Do. 9-15 Uhr, Fr. 9-13 Uhr

Oder nutzen Sie unseren komfortablen Rückruf-Service

    Unser Rückruf erfolgt während der Geschäftszeiten i.d.R. binnen 20 Minuten.

    LOHNDIREKT

    Wir haben Sie schon überzeugt?

    Fordern Sie jetzt kostenlos Ihr persönliches Angebot (ab 10 Mitarbeitern) an!


      Wir freuen uns auf Ihre Anfrage

      Rufen Sie uns an: 0461 / 70 71 555 Mo.-Do. 9-15 Uhr, Fr. 9-13 Uhr