Tarifvertrag

Ein Tarifvertrag ist ein schriftlicher Vertrag, der zwischen den tariffĂ€higen Tarifvertragsparteien abgeschlossen wird. Die TariffĂ€higkeit ist das Recht ĂŒberhaupt TarifvertrĂ€ge abschließen zu können. Dieses Recht haben Arbeitgeber oder ArbeitgeberverbĂ€nde und Gewerkschaften. Auf Seiten der Arbeitnehmer steht dieses Recht gemĂ€ĂŸ § 2 Abs. 1 TVG nur den Gewerkschaften zu.

Die Rechtsprechung, Regierung oder Verwaltung darf bei der Aushandlung von TarifvertrÀgen nicht tÀtig werden oder sich einmischen, denn laut Art. 9 Abs. 3 Grundgesetz gilt der Grundsatz der Tarifautonomie.

TarifvertrÀge dienen zur Regelung von Rechten und Pflichten und zur Festsetzung von arbeitsrechtlichen Normen. Es werden auch Regelungen zum Inhalt, Abschluss und Beendigung von ArbeitsverhÀltnissen getroffen.

Man kann zwischen verschieden TarifvertrĂ€gen fĂŒr die verschiedensten Branchen (z.B. Metall, Chemie, Öffentlicher Dienst) unterschieden. Es gibt beispielsweise ManteltarifvertrĂ€ge, RahmentarifvertrĂ€ge, Lohn-, Gehalts- und EntgelttarifvertrĂ€ge und HaustarifvertrĂ€ge.

Manteltarifvertrag (MTV)

Im Manteltarifvertrag werden grundsĂ€tzliche Normen fĂŒr die Arbeitsbedingungen bestimmt. Es werden jedoch keine Regelungen ĂŒber das Entgelt festgelegt. ManteltarifvertrĂ€ge enthalten beispielsweise Bestimmungen zu Arbeits- und Pausenzeiten, Urlaub, ZuschlĂ€gen (z. B. Sonn-, Feiertags, oder Nachtarbeit) und zu Einstellung und KĂŒndigung.

Rahmentarifvertrag (RTV)

Im Rahmentarifvertrag werden Bestimmungen zur Ausgestaltung von leistungsbezogenem Lohn getroffen, sowie Lohn- und Gehaltsgruppen und deren Gruppenmerkmale festgelegt.

Lohn-, Gehalts-, und Entgelttarifvertrag

Im Lohn-, Gehalts-, und Entgelttarifvertrag wird die Höhe des tariflichen Entgeltes geregelt. Ein solcher Tarifvertrag gilt in der Regel ein Jahr.

Haustarifvertrag

HaustarifvertrĂ€ge gelten nur fĂŒr einen einzelnen Betrieb und werden auf Arbeitgeberseite nur von einem Arbeitgeber und nicht vom Arbeitgeberverband geschlossen.

TarifvertrĂ€ge gelten genau genommen nur fĂŒr Arbeitnehmer, die Mitglied in einer Gewerkschaft sind. Arbeitgeber behandeln aber in der Regel Arbeitnehmer, die nicht tarifgebunden sind, so als wĂ€ren sie tarifgebunden. Dies kann entweder eine freiwillige Entscheidung des Arbeitgebers sein oder aber auf einer Gleichstellungsabrede im Arbeitsvertrag basieren. Das bedeutet, dass im Arbeitsvertrag auf die tarifvertraglichen Regelungen eingegangen wird und diese nun auch fĂŒr nicht tarifgebundene Arbeitnehmer gelten. Durch dieses Verfahren wollen Arbeitgeber verhindern, dass noch mehr Mitarbeiter in eine Gewerkschaft eintreten.

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Alle Angaben ĂŒber den Tarifvertrag ohne GewĂ€hr.