Saisonarbeiter – Regeln zur Sozialversicherung

Nicht nur zur Weihnachtszeit boomt die Saisonarbeit. Auch im Sommer werden in der Gastronomie und im Hotelgewerbe viele Aushilfen benötigt, um personelle Engpässe zu überbrücken. Für Saisonarbeiter gelten innerhalb der Sozialversicherung entsprechende Regelungen, die wir Ihnen im folgenden Beitrag erläutern möchten.

Grundsätzlich gelten für die Saisonarbeiter die gleichen versicherungsrechtlichen Bedingungen und Vorgaben wie für alle anderen Arbeitnehmer. Die Beschäftigung als Saisonarbeiter kann, wie die anderen Beschäftigungsverhältnisse auch, innerhalb der einzelnen Sozialversicherungszweige zu einer Versicherungspflicht führen. Auch bei der Unfallversicherung muss der Arbeitgeber keine Besonderheiten berücksichtigen.

 

 

Saisonarbeiter im Rahmen einer kurzfristigen Beschäftigung

Eine kurzfristige Beschäftigung liegt dann vor, wenn ein Arbeitnehmer bei einer 5-Tage-Arbeitswoche für nicht mehr als drei Monate beschäftigt wird. Im Falle, dass der Arbeitnehmer weniger als fünf Tage innerhalb einer Woche arbeitet, muss die Beschäftigung auf den Zeitraum von 70 Arbeitstagen abgerechnet werden. Die kurzfristige Beschäftigung darf nicht berufsmäßig ausgeübt werden, das heißt, diese Beschäftigung ist nicht allein für die Sicherung des Lebensunterhaltes des Beschäftigten bestimmt.

Wird also ein Saisonarbeiter im Rahmen einer kurzfristigen Beschäftigung beschäftigt, ist diese Tätigkeit versicherungs- und beitragsfrei.

 

Berufsmäßigkeit korrekt nachweisen

Generell sollte anhand von Indizien die Berufsmäßigkeit geprüft werden. Wird die kurzfristige Beschäftigung von einer erwerbslosen Person ausgeführt, ist diese immer als berufsmäßig anzusehen.

Wichtig: Bei der Prüfung einer kurzfristigen Beschäftigung werden vorhergehende Beschäftigungen auf dieses aktuelle Beschäftigungsverhältnis angerechnet. Aus diesem Grund sollten Vorbeschäftigungen vor der Beschäftigungsaufnahme durch den Arbeitgeber erfragt werden. So können Nachforderungen im Vorfeld bereits ausgeschlossen werden. Die Abfrage kann mittels Einstellungsfragebogen erfolgen und der Arbeitnehmer sollte einen Nachweis über die vorhergehenden Beschäftigungsverhältnisse vorlegen. Diese sollten in den Entgeltunterlagen des Mitarbeiters abgeheftet sein.

 

Konstellation: ausländischer Saisonarbeiter mit Hauptbeschäftigung

Gerade in den Sommermonaten werden gerne Saisonarbeiter aus Rumänien oder Polen eingestellt. Bei diesen Personen müssen Sie als Arbeitgeber prüfen, ob diese in ihrem Heimatland einen Job oder eine selbstständige Tätigkeit ausüben. Trifft dies nicht zu, gelten für die Saisonarbeiter die deutschen Rechtsvorschriften.

Ist der Saisonarbeiter in seinem Heimatland selbstständig, beispielsweise als Landwirt, gelten für ihn die Rechtsvorschriften seines Heimatlandes. In diesem Fall muss der Saisonarbeiter die Bescheinigung “A1” vorlegen.

Mit dieser Bescheinigung erbringt ein ausländischer Arbeitnehmer den Nachweis, dass für ihn die Rechtsvorschriften seines Heimatlandes gelten. Für Sie als Arbeitgeber ist es ausreichend, wenn Sie eine Kopie der Bescheinigung “A1” in die Entgeltunterlagen nehmen.

Auch in puncto Beiträgen sind die Rechtsvorschriften des Heimatlandes relevant. Das heißt für Sie als Arbeitgeber, dass bei diesem Beschäftigungsverhältnis keine sozialversicherungsrechtlichen Pflichten auf Sie zukommen. Allerdings müssen Sie nach den Rechtsvorschriften des Heimatlandes des Saisonarbeiters unter Umständen Sozialversicherungsbeiträge abführen.

 

Flüchtlinge als Saisonarbeiter?

Je nach Aufenthaltsstatus können auch ausländische Flüchtlinge als Saisonarbeiter eingesetzt werden. Um arbeiten zu können, benötigen sie zum einen die Genehmigung der Ausländerbehörde und zum anderen die Zustimmung der Agentur für Arbeit. Sind die Voraussetzungen gegeben, können auch geflüchtete Menschen als Saisonarbeiter eingestellt werden. Für diese ausländischen Arbeitnehmer gelten die gleichen versicherungsrechtlichen Vorgaben wie für alle anderen Beschäftigten.

 

Mindestlohn für Saisonarbeiter

Ob Sie Saisonkräfte nun im Hotelwesen, in der Gastronomie oder als Erntehelfer in den Sommermonaten einsetzen, als Arbeitgeber sind Sie verpflichtet, den Beschäftigten mindestens den Mindestlohn zu zahlen. Im Rahmen einer Betriebsprüfung durch den Träger der Rentenversicherung wird geprüft, ob Sie bei den Saisonarbeitern den Mindestlohn eingehalten haben. Wichtig ist auch, dass Beginn, Ende und die tägliche Arbeitszeit des Arbeiters dokumentiert und in den Entgeltunterlagen geführt wird. Fehlt dieser Nachweis, fordert der Rentenversicherungsträger die nicht gezahlten Beiträge zurück.

Weitere Beiträge

Warum es im Bereich des Solidaritätszuschlags nun zum Jahreswechsel zu bösen Überraschungen kommen kann.

Zum Jahr 2021 wurde der Freibetrag sowie der Übergangsbereich beim Solidaritätszuschlag so weit nach oben geschraubt, dass viele Arbeitnehmer aktuell keinen oder einen geringeren Abzug im Bereich des Solidaritätszuschlags haben.... weiterlesen

3. Januar 2022


Beitragszuschlag für Kinderlose in der Pflegeversicherung

Zum 1. Januar 2022 wird der Beitragszuschlag für Kinderlose von 0,25 Prozentpunkten auf 0,35 Prozentpunkte erhöht. Mit dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung wurde auch der Bundeszuschuss in Höhe von einer Milliarde Euro jährlich festgelegt. Mit der Erhöhung sollen die erhöhten Ausgaben in der Pflegeversicherung ausgeglichen werden. ... weiterlesen

27. Dezember 2021


2022: Individueller und durchschnittlicher Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung

Durch den Zusatzbeitrag, den die Krankenkassen seit Januar 2015 erheben dürfen, ist der Wettbewerb unter den gesetzlichen Krankenkassen gewachsen. Dadurch wurde den gesetzlichen Versicherern ein zusätzliches Mittel an die Hand gegeben, finanzielle Engpässe auszugleichen. ... weiterlesen

10. Dezember 2021


Entschädigung bei Verdienstausfällen durch Quarantäne und Absonderungen

Nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) haben Arbeitnehmende im Falle einer behördlich angeordneten Quarantäne Anspruch auf Entschädigung. Dies gilt jedoch nicht, wenn durch die Inanspruchnahme einer empfohlenen Impfung die Quarantäne oder das Tätigkeitsverbot vermieden werden könnte.... weiterlesen

30. November 2021


Neues zu den Umlageverfahren U1, U2 und der Insolvenzgeldumlage

Am 13. April 2021 hat das Bundeskabinett in seiner 137. Sitzung ein Maßnahmepaket für den Bürokratieabbau beschlossen. Das Paket enthält insgesamt 22 Maßnahmen, mit denen Bürger, Unternehmen und staatliche Stellen von der Bürokratie entlastet werden sollen. Ein Punkt hat die Vereinheitlichung der Umlagesätze U1 und U2 zum Inhalt. ... weiterlesen

17. September 2021


Newsletter Halbjahr 2021

Es liegen „heiße Zeiten“ hinter uns. Die Corona-Pandemie hat insbesondere in der Lohn- und Gehaltsabrechnung einiges innerhalb kürzester Zeit auf den Kopf gestellt. Und auch wenn es tatsächlich in einigen Monaten wieder Richtung „Normalität“ laufen wird, werden uns die Nachwirkungen dieser herausfordernden Monate noch einige Zeit beschäftigen.... weiterlesen

17. Juni 2021


LOHNDIREKT

Wir machen es einfach.

Unser Angebot spricht Sie an und Sie möchten eine individuelle Beratung erhalten?
Kontaktieren Sie uns jetzt einfach!

Melden Sie sich jetzt:

0461 / 70 71 555 info@lohndirekt.de

Mo.-Fr. 8-16 Uhr

Oder nutzen Sie unseren komfortablen Rückruf-Service


    Unser Rückruf erfolgt während der Geschäftszeiten i.d.R. binnen 20 Minuten.

    LOHNDIREKT

    Wir haben Sie schon überzeugt?

    Fordern Sie jetzt kostenlos Ihr persönliches Angebot (ab 10 Mitarbeitern) an!




      Wir freuen uns auf Ihre Anfrage

      Rufen Sie uns an: 0461 / 70 71 555 Mo.-Fr. 8-16 Uhr