110 Euro Freibetrag für Betriebsveranstaltungen: Neue Kostenberechnung

Gegen Ende des Jahres 2014 beschloss die Bundesregierung das sogenannte Zollkodex-Anpassungsgesetz. Mit ihm wurde der neue § 19 Abs. 1 S. 1 Nr. 1a EStG geschaffen. Er regelt, wie Sie als Arbeitgeber zukünftig mit den Kosten für Betriebsveranstaltungen umzugehen haben.

 

 

Der neue 110 Euro-Freibetrag

Der Gesetzgeber führt anstelle der bisherigen 110 Euro-Freigrenze einen Freibetrag in Höhe von 110 Euro ein. In der Praxis bedeutet dies, dass bei Überschreiten dieser Grenze nicht mehr der vollständige Betrag versteuert werden muss, sondern nur noch der Teil der Kosten, der 110 Euro überschreitet. Dieser kann nach wie vor vom Arbeitgeber pauschal mit 25 Prozent versteuert werden.

Ein Berechnungsbeispiel:

Für eine Weihnachtsfeier entstehen Kosten in Höhe von 180 Euro pro Mitarbeiter: Alte Regelung: 110 Euro-Freigrenze überschritten, kompletter Betrag muss versteuert werden -> 180 Euro x 25 Prozent = 45 Euro Steuer / Mitarbeiter Neue Regelung: 110 Euro-Freibetrag werden ausgeschöpft, der darüber liegende Betrag muss versteuert werden -> 70 Euro x 25 Prozent = 17,50 Euro Steuer / Mitarbeiter

Es ergibt sich also auf den ersten Blick eine deutlich geringere Steuerbelastung für den Arbeitgeber.

Neue Berechnungsmethoden sorgen für höhere Kosten

Bisher musste der Arbeitgeber lediglich die Kosten ansetzen, die dem Arbeitnehmer individuell zurechenbar waren (z. B. Essen und Getränke). Zukünftig jedoch muss er auch die „Kosten für den äußeren Rahmen der Betriebsveranstaltung“ in die Berechnung einbeziehen. Hierzu gehören beispielsweise die Miete für einen Saal oder ein Moderator. Ebenfalls neu ist die Einbeziehung der Aufwendungen, die für Begleitpersonen der Arbeitnehmer entstehen. Auch Fahrtkosten und Geschenke sind einzubeziehen.

Immerhin eine Erleichterung gibt es: Reine Selbstkosten, die Ihnen als Arbeitgeber nur intern entstehen (z. B. Personalkosten für die Vorbereitung der Feierlichkeiten), müssen Sie nicht einbeziehen, da der Gesetzgeber vom Begriff der Gemeinkosten abgerückt ist und stattdessen durch „Kosten, die der Arbeitgeber gegenüber Dritten […] aufwendet“ ersetzt hat.

Weitere Beiträge

Warum es im Bereich des Solidaritätszuschlags nun zum Jahreswechsel zu bösen Überraschungen kommen kann.

Zum Jahr 2021 wurde der Freibetrag sowie der Übergangsbereich beim Solidaritätszuschlag so weit nach oben geschraubt, dass viele Arbeitnehmer aktuell keinen oder einen geringeren Abzug im Bereich des Solidaritätszuschlags haben.... weiterlesen

3. Januar 2022


Beitragszuschlag für Kinderlose in der Pflegeversicherung

Zum 1. Januar 2022 wird der Beitragszuschlag für Kinderlose von 0,25 Prozentpunkten auf 0,35 Prozentpunkte erhöht. Mit dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung wurde auch der Bundeszuschuss in Höhe von einer Milliarde Euro jährlich festgelegt. Mit der Erhöhung sollen die erhöhten Ausgaben in der Pflegeversicherung ausgeglichen werden. ... weiterlesen

27. Dezember 2021


2022: Individueller und durchschnittlicher Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung

Durch den Zusatzbeitrag, den die Krankenkassen seit Januar 2015 erheben dürfen, ist der Wettbewerb unter den gesetzlichen Krankenkassen gewachsen. Dadurch wurde den gesetzlichen Versicherern ein zusätzliches Mittel an die Hand gegeben, finanzielle Engpässe auszugleichen. ... weiterlesen

10. Dezember 2021


Entschädigung bei Verdienstausfällen durch Quarantäne und Absonderungen

Nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) haben Arbeitnehmende im Falle einer behördlich angeordneten Quarantäne Anspruch auf Entschädigung. Dies gilt jedoch nicht, wenn durch die Inanspruchnahme einer empfohlenen Impfung die Quarantäne oder das Tätigkeitsverbot vermieden werden könnte.... weiterlesen

30. November 2021


Neues zu den Umlageverfahren U1, U2 und der Insolvenzgeldumlage

Am 13. April 2021 hat das Bundeskabinett in seiner 137. Sitzung ein Maßnahmepaket für den Bürokratieabbau beschlossen. Das Paket enthält insgesamt 22 Maßnahmen, mit denen Bürger, Unternehmen und staatliche Stellen von der Bürokratie entlastet werden sollen. Ein Punkt hat die Vereinheitlichung der Umlagesätze U1 und U2 zum Inhalt. ... weiterlesen

17. September 2021


Newsletter Halbjahr 2021

Es liegen „heiße Zeiten“ hinter uns. Die Corona-Pandemie hat insbesondere in der Lohn- und Gehaltsabrechnung einiges innerhalb kürzester Zeit auf den Kopf gestellt. Und auch wenn es tatsächlich in einigen Monaten wieder Richtung „Normalität“ laufen wird, werden uns die Nachwirkungen dieser herausfordernden Monate noch einige Zeit beschäftigen.... weiterlesen

17. Juni 2021


LOHNDIREKT

Wir machen es einfach.

Unser Angebot spricht Sie an und Sie möchten eine individuelle Beratung erhalten?
Kontaktieren Sie uns jetzt einfach!

Melden Sie sich jetzt:

0461 / 70 71 555 info@lohndirekt.de

Mo.-Fr. 8-16 Uhr

Oder nutzen Sie unseren komfortablen Rückruf-Service


    Unser Rückruf erfolgt während der Geschäftszeiten i.d.R. binnen 20 Minuten.

    LOHNDIREKT

    Wir haben Sie schon überzeugt?

    Fordern Sie jetzt kostenlos Ihr persönliches Angebot (ab 10 Mitarbeitern) an!




      Wir freuen uns auf Ihre Anfrage

      Rufen Sie uns an: 0461 / 70 71 555 Mo.-Fr. 8-16 Uhr