Beschäftigung von Aushilfen – das ist zu beachten


Beschäftigung von Aushilfen – das ist zu beachten

Viele Unternehmen beschäftigen während den Sommermonaten Aushilfskräfte, um die Urlaubszeit der Mitarbeiter zu überbrücken. Bei der Beschäftigung von Aushilfen – seien es Studenten, Schüler oder Minijobber – gibt es in puncto Arbeits-, Steuer- und Sozialrecht einiges zu beachten.

 

Die Regeln für Aushilfen im Arbeitsrecht

Jobben in den Sommerferien, sich einige Euro dazu verdienen – Jugendliche finden das super. Allerdings dürfen Jugendliche, die das 15. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, keine regulären Jobs annehmen und ausüben – und Arbeitgeber diese Jugendlichen auch nicht beschäftigen. Allerdings ist es erlaubt, mit Zustimmung der Eltern, pro Tag für 2 Stunden eine leichte Tätigkeit zu übernehmen. Als leichte Tätigkeiten sind Babysitten oder das Austragen von Zeitungen anzusehen.

Das heißt also, dass Jugendliche von mindestens 15 Jahren und der Zustimmung ihrer Eltern einen Ferienjob annehmen dürfen. Gehen die Kinder noch zur Schule, unterliegen sie sozusagen der Vollzeitschulpflicht, so dass sie während der Ferienzeit maximal 4 Wochen im Jahr arbeiten dürfen. Für ältere Schüler ist die Dauer der Arbeitszeit in den Ferien nicht begrenzt. Sie können pro Woche maximal 35 Stunden arbeiten, d.h. täglich bis zu 7 Stunden. Jugendliche, die schulpflichtig sind, dürfen nur in der Zeit von 6 Uhr morgens bis um 20 Uhr abends arbeiten.

Jugendliche unter 18 Jahren dürfen nicht an Wochenenden und Feiertagen und auch nicht in Nacht- und Schichtarbeit beschäftigt werden.

Allerdings gibt es auch hierbei Ausnahmen – für Krankenhäuser, Bäckereien, landwirtschaftliche Betriebe und Gaststätten.

 

Ferienjobs in der Sozialversicherung

Die kurzfristigen Ferienjobs sind in der Sozialversicherung frei, ganz gleich, wie hoch der Verdienst während dieser Zeit ist. Arbeiten Schüler nicht mehr als 70 Arbeitstage oder 3 Monate, sind keine Abgaben in der Sozialversicherung zu zahlen.

Studenten können während ihrer Semesterferien arbeiten, ebenfalls versicherungsfrei. Voraussetzungen hierfür: Vor den Ferien darf die Studentin oder Student gar keiner Beschäftigung nachgegangen sein, beziehungsweise darf die Beschäftigung nicht mehr als 20 Stunden pro Woche betragen.

Ab dem 51. Beschäftigungstag fallen grundsätzlich Beiträge in der Sozialversicherung an. Bei den Studierenden sind allerdings auch in der Ferienzeit die Beiträge zur Krankenversicherung zu zahlen.

 

Aushilfsjobs in der Sozialversicherung

Grundsätzlich sind Ferienjobs lohnsteuerpflichtig. Dabei besteht die Möglichkeit, dass Arbeitgeber die Lohnsteuer pauschal mit 25 % übernehmen. Hierbei darf

  • nur maximal an 18 Tagen im Monat der Beschäftigung nachgegangen werden
  • das Entgelt darf täglich 72 Euro nicht übersteigen und
  • der Durchschnittsstundenlohn darf nicht über 12 Euro liegen.

Für Minijobber, die monatlich 450 Euro verdienen, ist in den meisten keine Lohnsteuer – außer der 2%-Pauschalsteuer – fällig.

Verdient ein Ferienjobber im Monat mehr als die 450 Euro, dann werden Lohn- und Kirchensteuer und der Solidaritätszuschlag vom Arbeitgeber einbehalten.

Überschreitet der Jobber den jährlichen, steuerlichen Grundfreibetrag von 9.000 Euro (zuzüglich einer Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro) nicht, erhält der Jobber beim Lohnsteuerjahresausgleich die vom Arbeitgeber abgeführten Abzüge wieder zurück.

 

Aushilfen sind bei Arbeitsunfällen automatisch versichert

Schüler und Studierende sind während eines Ferienjobs wie alle anderen Arbeitnehmer bei Arbeitsunfällen versichert. Für die Versicherten ist der Versicherungsschutz beitragsfrei, die Kosten werden vom Arbeitgeber getragen. Allerdings ist bei Grenzgängern und Jobbern im Ausland Vorsicht geboten – denn der Versicherungsschutz gilt nur für Deutschland.

 

Mindestlohn auch für Aushilfen!

Wer als Arbeitgeber denkt, die Aushilfen in der Ferienzeit günstig und unter Mindestlohn beschäftigen zu dürfen, muss eines Besseren belehrt werden. Der Mindestlohn gilt auch für alle Aushilfen!

Der gesetzliche Mindestlohn steht auch kurzfristig Beschäftigten, geringfügig Beschäftigten und Teilzeitkräften zu.

Bei den Praktikanten gibt es eine Unterscheidung – welche Art ist das Praktikum und wie lange dauert das Praktikum. Leisten Praktikanten nach dem Abschluss ihrer Berufsausbildung, im Besonderen einer Hochschulausbildung, sind sie als Arbeitnehmer einzustufen und haben somit ebenfalls einen Anspruch auf den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn.