Das neue Pflegestärkungsgesetz tritt im Januar 2015 in Kraft!

Die neue Pflegereform 2015 soll die Leistungen für Pflegebedürftige und deren Angehörige in Zukunft deutlich erweitern und verbessern. Zum 01.01.2015 tritt diesbezüglich das neue Pflegestärkungsgesetz in Kraft. Außerdem sollen mehr zusätzliche Betreuungskräfte für die Pflege in stationären Einrichtungen zu Verfügung gestellt und ein Pflegefonds eingerichtet werden.

Der Beitragssatz für die Pflegeversicherung steigt von 2,05 % auf 2,35 %. Für Kinderlose dementsprechend auf 2,6 % (aufgrund 0,25 % Kinderlosenzuschlag ab 23 Jahren). Im Jahre 2017 sollen die Beitragssätze um weitere 0,2 %-Punkte steigen (2,55 % und für Kinderlose auf 2,8 %).

Wichtige Änderung: Bei einem plötzlichen Pflegefall in der Familie steht Arbeitnehmern eine zehn Tage lange bezahlte Pflegeauszeit zu. In dieser Zeit erhalten sie 90 % des Nettoeinkommens von der Pflegekasse weiterbezahlt. Dies wird aus der kommenden Beitragserhöhung finanziert. Arbeitnehmer, die ihre Angehörigen pflegen, haben zudem zukünftig einen Rechtsanspruch auf sechs Monate Pflegezeit, in der sie überhaupt nicht arbeiten müssen sowie auf bis zu 2 Jahre Familienpflegezeit. In dieser Zeit können die Arbeitsstunden auf bis zu 15 Std. die Woche reduziert werden. Die Lohnersatzleistung soll in einem separaten Gesetz geregelt werden, das ebenfalls am 01.01.2015 in Kraft treten soll.

Demenzkranke werden durch das neue Pflegestärkungsgesetz ebenfalls besser gestellt. Sie erhalten demnach auch Tages-, Nacht-, und Kurzzeitpflege und einen Zuschlag für ambulant betreutes Wohnen.

Mit dem zweiten Pflegestärkungsgesetz wird ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff eingeführt. Die 3 Pflegestufen von heute sollen künftig auf 5 Pflegegerade erweitert werden. So soll die Pflegebedürftigkeit besser eingeordnet werden können. Zusätzlich soll weniger zwischen körperlichen und geistigen Erkrankungen unterschieden werden. Das, was zählt, wird der individuelle Bedarf an Pflege von jedem Einzelnen sein. Es wird also die Frage zu Grunde gelegt: „Wie weit ist der Pflegebedürftige noch in der Lage sich selbständig zu versorgen?“.

Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link – http://www.bmg.bund.de/pflege/pflegestaerkungsgesetze/pflegestaerkungsgesetz-i.html