Die Behandlung von Nebenjobs im Sozialversicherungsrecht


Die Behandlung von Nebenjobs im Sozialversicherungsrecht

Insgesamt haben 2,5 Millionen der Bundesbürger einen Nebenjob. Die Regelungen zu den Nebenjobs sind sehr unterschiedlich, sorgen aber letztendlich für klare Definitionen und Verhältnisse. 

Übt ein Arbeitnehmer mehrere Minijobs mit einem Entgelt von jeweils 450 Euro parallel aus, werden die Entgelte der Minijobs addiert. Wird durch die Summierung die Entgeltgrenze überschritten, verliert der Arbeitnehmer seinen Minijob-Status und wird somit sozialversicherungspflichtig.

Hauptbeschäftigung und Nebenbeschäftigung – was ist zu beachten?

Geht der Arbeitnehmer neben seinem Hauptjob einem Minijob nach, ist das Ganze nicht ganz so einfach. Erfüllt die Hauptbeschäftigung nicht die Bedingungen eines Minijobs, werden die beiden Jobs für die Sozialversicherung NICHT addiert. Während die Hauptbeschäftigung versicherungspflichtig ist, ist der Minijob versicherungsfrei.

Hauptbeschäftigung und mehrere Minijobs – was ist hierbei zu beachten?

Übt ein Arbeitnehmer neben seinem Hauptjob, der versicherungspflichtig ist, mehrere geringfügig entlohnte Minijobs parallel aus, ist Folgendes relevant:

Die Hauptbeschäftigung und der zuerst aufgenommene Minijob werden NICHT zusammengerechnet. Der 2. und gegebenenfalls die weiteren geringfügigen Beschäftigungen werden allerdings auf die Hauptbeschäftigung addiert, womit sie folglich der Versicherungspflicht unterliegen. Dies ist auch für die Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung gültig.

Lediglich die Arbeitslosenversicherung bleibt davon ausgenommen, denn hier wird NIE zusammengerechnet, es bleibt bei der Versicherungsfreiheit.

Minijob und die Gleitzone

Im versicherungsrechtlichen Sinne entspricht das Zusammenkommen mehrerer Minijobs mit einer versicherungspflichtigen Tätigkeit mit Arbeitsentgelt in der Gleitzone dem einer Hauptbeschäftigung. Der Knackpunkt hier ist eher die Beitragsberechnung, denn hierbei gilt: die Gleitzonenregelung ist nur für versicherungspflichtige Tätigkeiten relevant. Zudem kann die Formel für die Gleitzonenregelung nur dann Verwendung finden, wenn das in der Summe erzielte Arbeitsentgelt aller versicherungspflichtigen Tätigkeiten (das so genannte Gesamtarbeitsentgelt) innerhalb der Gleitzone liegt (dies ist das regelmäßige, monatliche Arbeitsentgelt zwischen 450,01 und 850 Euro).

Rente und Minijob

Die Kombination “Rente und Minijob” ist eine der am häufigsten auftretenden Kombinationen in der Entgeltabrechnung. Rentner gehen einem Minijob nach. Aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht ist das Ganze einfach zu lösen, da hier die allgemeinen Grundsätze gelten. Wird durch Addition mehrerer Minijobs (die Rente bleibt hierbei unberücksichtigt) der Betrag von 450 Euro überschritten, besteht in allen Beschäftigungen Versicherungspflicht.

Minijob in Kombination mit Selbstständigkeit

Selbstständige, die neben ihrer hauptberuflichen Selbstständigkeit einem Minijob nachgehen, sind nicht kranken -und pflegeversicherungspflichtig. Dies gilt auch in der Regel für den Großteil der Geschäftsführer und Gesellschafter,-Geschäftsführer, sofern sie nicht als Arbeitnehmer zählen. Eine Zusammenrechnung ist nicht erforderlich. Übt ein Selbstständiger neben seiner Haupt-Selbstständigkeit auch mehrere Minijobs aus, ist er weder kranken- noch pflegeversicherungspflichtig.

Anders ist es allerdings bei der Arbeitslosen- und Rentenversicherung. Zwar erfolgt hier keine Zusammenrechnung der Einnahmen aus der selbstständigen Tätigkeit, wird allerdings die Entgeltgrenze von 450 Euro durch einen oder mehrere parallel ausgeführte Minijobs überschritten, besteht in den Minijobs Arbeitslosen- und Rentenversicherungspflicht als Arbeitnehmer.