Teilauszahlung einer Abfindung – ermäßigte Besteuerung

 

Die Auszahlung von Abfindungen ist steuerpflichtig und unterliegt dem Lohnsteuerabzug. Freibeträge auf die Abfindungen gibt es nicht mehr.

Wer demnach seinen Job verliert und eine Abfindung erhält, muss diese voll versteuern. Wird die Abfindung vollständig in einem Kalenderjahr ausgezahlt, kann mit der Fünftel-Regelung eine Steuerermäßigung beantragt werden. Doch meist fällt die Ermäßigung eher bescheiden aus.

 

Die Fünftel-Regelung bei Abfindungen – ein kleines Geschenk vom Fiskus

Jeder weiß: steigt das Einkommen, erhöht sich auch der Steuersatz. Vor allem dann, wenn der langjährige Mitarbeiter zum Ende seiner Tätigkeit eine Abfindung ausbezahlt bekommt. In diesem Fall ist der Steuersatz durch den zusätzlichen Betrag sehr hoch. Die Fünftel-Regelung, die durch den BFH bejaht wurde, soll diesen Effekt etwas mildern. In der Steuerberechnung verteilt sich die Abfindung auf fünf Jahre.

Fallbeispiel und Berechnung

Max Mustermann, ledig, erhält die Kündigung und mit dieser eine Abfindung von 20.000 Euro. Nach Abzug der gesamten Aufwendungen (Sonderausgaben, Werbungskosten und außergewöhnliche Belastungen) hat Herr Mustermann für das Jahr 2015 50.000 Euro als Gehalt zu versteuern. Wird die Fünftel-Regelung angewandt, zählt man ein Fünftel der Abfindung dazu. Die so ermittelte Einkommensteuer wird mit der verglichen, die auf das zu versteuernde Einkommen ohne diese Abfindung anfallen würde. Der aus diesen beiden Beträgen errechnete, fünffache Unterschiedsbetrag, ist die Einkommensteuer für die Abfindung.

Einkommen (nach Abzug)

50.000 Euro

+ 1 Fünftel der Abfindung

4.000 Euro

= zu versteuerndes Einkommen

54.000 Euro

 

 

darauf anfallende Einkommensteuer

14.418 Euro

 

 

Vergleich Einkommen (zu versteuernd)

50.000 Euro

darauf anfallende Einkommensteuer

12.757 Euro

 

 

Einkommensteuer mit Abfindung

14.418 Euro

abzgl. Einkommensteuer ohne Abfindung

12.757 Euro

= Differenzbetrag

1.661 Euro

davon fünffacher Betrag

8.305 Euro

Steuer auf Abfindung mit Fünftel-Regelung

8.305 Euro

Steuer auf Abfindung ohne Fünftel-Regelung

8.381 Euro

Einkommensteuer-Ersparnis

76 Euro

Ersparnis Soli-Zuschlag

4,18 Euro

Ersparnis Kirchensteuer

6,84 Euro

Ersparnis gesamt

87,02 Euro

Quelle: Finanztip-Berechnung vom 27. November 2015

 

Nicht gerade viel, was die Ersparnis angeht. Diejenigen, deren zu versteuerndes Einkommen sehr hoch ist und bei denen die Differenz zwischen dem Gehalt und der Abfindung groß ist, profitieren am meisten von der Fünftel-Regelung.

Die Lohnsteuer wird vom Arbeitgeber abgezogen und muss in den Gehaltsunterlagen gesondert bescheinigt werden. Diese Form der Lohnsteuerberechnung muss der Arbeitgeber nur dann anwenden, wenn diese zu einer niedrigeren Lohnsteuer als die Besteuerung als nicht begünstigter Bezug, führt. Von der Abfindung muss der Arbeitgeber, die nach der Günstigerprüfung ermittelte Lohnsteuer, den Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer, einbehalten.

Kündigt ein Arbeitnehmer selbst oder geht in den Ruhestand und erhält eine Abfindung, kann dieser nicht von der Steuerermäßigung durch die Fünftel-Regelung profitieren. Dies ist nur möglich, wenn der Arbeitgeber die Zahlung der Abfindung veranlasst hat. Nach dem Urteil des Finanzgerichts München vom 16. September 1999, Az. 16 K 4486/97, darf die Entlassungsentschädigung auch nicht von vornherein im Arbeitsvertrag vereinbart worden sein.