Versicherungsfreie Beschäftigung von Studenten

Die Beschäftigung von Studenten ist für viele Unternehmen lukrativ. Denn: Studenten sind, wenn sie während ihres Studiums eine mehr als geringfügige Nebenbeschäftigung ausüben, kranken- und arbeitslosenversicherungsfrei und auch in der Pflegeversicherung versicherungsfrei. Die Studenten werden als „Werkstudenten“ bezeichnet. Wer sich allerdings im Promotionsstudium befindet, gilt nicht als Werkstudent. Auch gilt die Werkstudentenregelung trotz der Immatrikulation nicht, wenn der Student bereits eine Abschlussprüfung im Studienfach abgelegt hat.

Bei der Beschäftigung von Studenten müssen Unternehmen einige Punkte beachten. Beispielsweise, was in Bezug auf die 20-Stunden-Grenze zu beachten ist oder welche Vorgaben für die kurzfristige Beschäftigung von Studenten gelten. Und in welchen Fällen ist der Job für Studenten versicherungsfrei?

Geringfügige Beschäftigung für Studenten

Arbeiten Studenten neben ihrem Studium auf geringfügiger Basis, also auf 450-Euro-Basis oder kurzfristig bis zu 3 Monaten oder 70 Arbeitstagen im Kalenderjahr, sind sie als Minijobber einzustufen.

Die Regelung als Werkstudent greift ab dort, wo die geringfügige Beschäftigung endet.

Die 20-Stunden-Grenze bei Studenten

Bei Studenten gilt die 20-Stunden-Grenze. Überschreitet die Arbeitszeit eines Studenten die 20-Stunden-Grenze, steht das Studium nicht mehr im Vordergrund, so dass aufgrund der Beschäftigung die Sozialversicherungspflicht eintritt. Liegt allerdings die Gesamtdauer der Erwerbstätigkeit unter dem Zeitaufwand, der für ein ordentliches Studium notwendig ist, und die Zeiten der Erwerbstätigkeit sind an die Erfordernisse des Studiums angepasst, gilt diese Regelung nicht. Wird die Beschäftigung nur am Wochenende oder in den Abend- oder Nachtstunden ausgeübt, ist ein Überschreiten der 20-Stunden-Grenze unschädlich.

Beispiel:
Jonas ist Student und arbeitet seit Februar 2017 im Krankenhaus als Nachtwache – 22 Stunden pro Woche. Als Entgelt erhält er 1.000 Euro.
In diesem Falle gilt für Jonas die Werkstudentenregelung, da er die Beschäftigung nachts ausübt und das Studium weiterhin im Vordergrund steht.

In den Semesterferien – kurzfristige Beschäftigung von Studenten

In den Semesterferien können Studenten eine Beschäftigung aufnehmen, die unabhängig von der Wochenarbeitszeit in der Kranken- und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei und in der Pflegeversicherung nicht versicherungspflichtig ist. Beschäftigungen, die über die Semesterferien hinaus dauern, können nur dann mit der Werkstudentenregelung ausgeübt werden, wenn zu den Vorlesungszeiten die Arbeitszeit auf die 20-Stunden-Grenze angepasst wird.

Beispiel:
Peter ist Student und ab Januar 2017 mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 19 Stunden beschäftigt. Er erhält 900 Euro. Ab Mitte Februar bis Ende März, also in den Semesterferien, arbeitet Peter 40 Stunden in der Woche. Sein Arbeitsentgelt dafür beträgt 2.000 Euro. Zu Beginn des Sommersemesters 2017 wird die wöchentliche Arbeitszeit auf 19 Stunden reduziert.In diesem Falle gilt durchgängig die Werkstudentenregelung, da nur in den Semesterferien die wöchentliche Arbeitszeit die 20-Stunden-Grenze übersteigt.

Innerhalb eines Jahres mehrere Studentenjobs möglich?

Üben Studenten mehrere Beschäftigungen aus, gilt hinsichtlich der 20-Stunden-Grenze folgendes:

Die Wochenarbeitsstunden der einzelnen Beschäftigungen werden zusammengerechnet. Ergibt diese Summe weniger als 20 Wochenstunden, greift die Werkstudentenregelung für alle Beschäftigungen. Dabei sind Arbeitszeiten innerhalb einer geringfügigen Beschäftigung ebenfalls zu prüfen und zu berücksichtigen.

Grundsätzlich zu prüfen: liegt eine geringfügige Beschäftigung vor?

Wenn die Arbeitszeit über 20 Stunden liegt, tritt grundsätzlich für die Beschäftigung (oder auch mehrere Beschäftigungen) die Sozialversicherungspflicht ein. Bei den einzelnen Beschäftigungen kann in diesem Fall noch geprüft werden, ob es sich um einen Minijob handelt oder nicht. Neben einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, deren Arbeitsentgelt mehr als 450 Euro beträgt, darf auch einer geringfügig entlohnten Beschäftigung nachgegangen werden.

Zudem besteht für Beschäftigungen während der Vorlesungszeit, deren Arbeitszeit wöchentlich die 20 Stunden übersteigen, Sozialversicherungsfreiheit, wenn sie von vornherein auf maximal 3 Monate, beziehungsweise 70 Tage befristet sind und somit eine kurzfristige Beschäftigung vorliegt.

Rentenversicherung bei Studentenjobs

Für beschäftigte Studenten gibt es bei der Rentenversicherung keine Sonderregelungen. Das heißt, beschäftigte Studenten sind in der Regel rentenversicherungspflichtig. Üben Studenten eine kurzfristige Beschäftigung aus, sind sie rentenversicherungsfrei. Ist der Student geringfügig beschäftigt, besteht Rentenversicherungspflicht, wobei sich der Student auf Antrag gegenüber seinem Arbeitgeber davon befreien lassen kann. In der Rentenversicherung gilt die Werkstudentenregelung nicht.