Schwerbehinderte in der Lohnabrechnung, was ist zu beachten

Unternehmen mit durchschnittlich mehr als 20 betrieblichen Arbeitsplätzen im Jahr, sind nach § 71 SGB IX verpflichtet, wenigstens 5 Prozent ihrer Arbeitsplätze durch Schwerbehinderte zu besetzen. Ist dies nicht der Fall, muss das Unternehmen mit Strafzahlungen rechnen.

Auszubildende und Jugendliche, die in Ihrem Unternehmen einen Arbeitsplatz besetzen, werden nicht mit gerechnet. Mitarbeiter, die im Rahmen einer ABM (Arbeitsbeschaffungsma√ünahme) oder ehrenamtlich t√§tig sind, werden ebenfalls nicht ber√ľcksichtigt. Sind Sie als Unternehmer selbst schwerbehindert, k√∂nnen Sie von der Anzahl der zu besetzenden Arbeitspl√§tze mit Schwerbehinderten, einen abziehen.

Das Verhältnis Arbeitsplätze und Schwerbehinderte im Überblick

Arbeitsplätze im Unternehmen

5% davon

Anzahl Schwerbehinderte

20

1

1

25

1,25

1

30

1,5

2

50

2,5

3

100

5

5

 

Bei Werten von 0,5 wird die Anzahl der zu beschäftigenden Schwerbehinderten aufgerundet.

 

Ab wann gilt ein Mitarbeiter als schwerbehindert?

Liegt ein Behinderungsgrad von mindestens 50 Prozent vor, gilt der Arbeitnehmer als schwerbehindert. Ob eine Schwerbehinderung vorliegt, stellt das jeweilige Versorgungsamt fest ‚Äď wobei seelische, geistige und k√∂rperliche Behinderungen gleicherma√üen erfasst werden. Haben Personen einen Behinderungsgrad von 30 Prozent, k√∂nnen diese auf Antrag bei der Arbeitsagentur so eingestuft werden, dass sie als schwerbehindert gelten.

Pflichten des Arbeitgebers bei der Beschäftigung von Schwerbehinderten

Grunds√§tzlich m√ľssen die schwerbehinderten Mitarbeiter so im Unternehmen eingesetzt werden, dass ihre Kenntnisse und F√§higkeiten optimal genutzt werden und sie sich weiter entwickeln k√∂nnen. Zudem m√ľssen Sie der Mitarbeiterin oder dem Mitarbeiter j√§hrlich eine Woche Zusatzurlaub gew√§hren. Haben Sie den Mitarbeiter w√§hrend des laufenden Jahres eingestellt, werden die Zusatzurlaubstage anteilig errechnet. Gleichgestellten Schwerbehinderten steht dieser Zusatz- oder Sonderurlaub nicht zu.

Schwerbehinderte genie√üen einen besonderen K√ľndigungsschutz. Ihre K√ľndigungsfrist muss mindestens vier Wochen betragen und muss vor dem Aussprechen von dem Integrationsamt genehmigt werden. Diese Vorgabe gilt f√ľr ordentliche als auch f√ľr au√üerordentliche K√ľndigungen. W√§hrend der Probezeit, die in der Regel sechs Monate betr√§gt, gelten diese Fristen nicht.

Hat der Schwerbehinderte einen Antrag auf Feststellung der Schwerbehinderung gestellt, gilt der Sonderk√ľndigungsschutz nicht.

Erfordert die Schwere oder die Art der Behinderung, dass die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter in Teilzeit besch√§ftigt wird, m√ľssen Sie als Arbeitgeber eine solche Stelle anbieten. Sollte dies jedoch mit unverh√§ltnism√§√üigen und hohen Aufwendungen verbunden oder nicht zumutbar sein, gilt dies jedoch nicht.

Wie sieht es mit √úberstunden, Mehrarbeit oder Schichtarbeit bei Schwerbehinderten aus? Hier k√∂nnen f√ľr die behinderten Mitarbeiter besondere Belastungen entstehen, doch √úberstunden sind in der Regel auch von ihnen zu leisten. Schwerbehinderte Besch√§ftigte sind nicht grunds√§tzlich von der Schichtarbeit befreit oder ausgeschlossen. Auf Verlangen k√∂nnen diese Mitarbeiter jedoch von Mehrarbeit freigestellt werden.

Die Ausgleichsabgabe

Haben Sie als Pflichtarbeitsplätze nicht besetzt, sind Sie dazu verpflichtet, eine Ausgleichsabgabe zu zahlen. Diese Abgabe ist in §77 SGB IX geregelt.

Wichtig: Die Ausgleichsabgabe befreit Sie allerdings nicht von der Pflicht, Schwerbehinderte zu beschäftigen.

Möchten Sie durch die Zahlung der Ausgleichsabgabe ganz bewusst auf die Beschäftigung Schwerbehinderter verzichten, droht Ihnen ein Bußgeld von bis zu 10.000 Euro!

Die H√∂he der Abgabe richtet sich nach der Anzahl der Schwerbehinderten, die Sie besch√§ftigen m√ľssen und tats√§chlich besch√§ftigen. Wenn Sie keinen einzigen schwerbehinderten Mitarbeiter angestellt haben, obwohl Sie dazu verpflichtet sind, zahlen Sie j√§hrlich 115 Euro. Verf√ľgen Sie √ľber mehr Arbeitspl√§tze und besch√§ftigen Sie weniger Schwerbehinderte, erh√∂ht sich dieser Beitrag entsprechend.¬†

Sie als Arbeitgeber sind dazu verpflichtet, bei der Agentur f√ľr Arbeit j√§hrlich eine Aufstellung √ľber die besch√§ftigten Schwerbehinderten einzureichen (¬ß80 SGB IX). Sind Sie dazu verpflichtet, eine Ausgleichsabgabe zu zahlen, muss diese bis zum 31. M√§rz des Folgejahres an das zust√§ndige Integrationsamt gezahlt sein.

F√ľr diese beiden Punkte steht Ihnen die Software REHADAT-Elan zur Verf√ľgung. Hierbei handelt es sich um eine Software, die Sie bei der Berechnung der Ausgleichsabgabe und der Erstellung der Meldung unterst√ľtzt.

Die Software REHADAT-Elan

Diese Software wird Ihnen von der Bundesagentur f√ľr Arbeit zur Verf√ľgung gestellt, wobei Sie diese auch alternativ von der Seite herunterladen k√∂nnen. Entwickelt wird die Software in Abstimmung mit der Bundesagentur f√ľr Arbeit und den Integrations√§mtern, so dass Sie sicher sein k√∂nnen, dass alle Berechnungen korrekt und vorschriftsm√§√üig durchgef√ľhrt werden.

So arbeitet das Programm:

  • Eingabe der erforderlichen Daten in einer entsprechenden Oberfl√§che
  • Abarbeitung einzelner Arbeitsschritte
  • Plausibilit√§tspr√ľfungen weisen Sie auf eventuelle Fehler hin
  • Durchf√ľhren einzelner Berechnungen
  • Versand elektronisch √ľber das Internet oder
  • Versand per CD-Rom oder
  • als Ausdruck auf den amtlichen Formularen
  • Datenimport in andere Programme m√∂glich
  • Vorschaufunktion auf n√§chstes Anzeigejahr