Wissenswertes zu Zweitjob, Nebenjob

Für viele Menschen in unserer Gesellschaft ist es teilweise vollkommen normal, neben dem Hauptjob noch einem Nebenjob nachzugehen. Die Gründe – ganz unterschiedlich.

Das Grundgesetz besagt, dass jeder Bundesbürger ein Recht auf eine freie Berufsausübung hat. Das heißt, jeder kann seinen Arbeitsplatz und die Arbeitsstätte frei auswählen. Somit ist auch jedem freigestellt, eine Nebentätigkeit anzunehmen. Ob der Nebenjob ein Zweitjob neben der hauptberuflichen Tätigkeit ist, man Schüler, Student, Rentner, Hausfrau, Hausmann oder arbeitslos ist – jeder hat ein Recht auf einen Zweitjob. Allerdings sind gewisse Regeln und Vorschriften, die vor der Aufnahme, beziehungsweise während der Ausübung des Nebenjobs in Form eines zweiten Arbeitsverhältnisses, beachtet zu beachten sind.

Nebenjob – muss der Arbeitgeber darüber Bescheid wissen?

Da Arbeitnehmer laut Urteil des Bundesverfassungsgerichts grundsätzlich das Recht auf einen Nebenjob haben, ist man dem Grundsatz nach nicht verpflichtet, den Arbeitgeber über die zweite Tätigkeit zu informieren. Ist allerdings im Arbeitsvertrag verankert, dass der Arbeitgeber VOR der Aufnahme eines Nebenjobs informiert werden muss, muss der Arbeitnehmer dies auch im Vorfeld tun.

Dennoch hat im Regelfall der Arbeitgeber kein Recht, dem Mitarbeiter den Nebenjob zu untersagen. Er kann den Zweitjob gegebenenfalls verwehren, wenn eventuell die Interessen seines Unternehmens durch die Ausübung des Nebenjobs berührt werden.

Das gilt es beim Nebenjob zu beachten

In vielen Arbeitsverträgen ist die „Nebentätigkeitsklausel“ enthalten. Diese besagt, dass jegliche Ausübung von Nebentätigkeiten (auch Ehrenämter und unentgeltliche Jobs) einer Zustimmung des Arbeitgebers bedürfen – es sei denn, die Interessen des Arbeitgebers werden durch den Nebenjob nicht verletzt.

Dürfen Arbeitgeber einen Nebenjob untersagen?

Wie bereits beschrieben, kann der Arbeitgeber den Nebenjob untersagen, wenn dieser seine Interessen berührt. Solche Fälle können beispielsweise sein:

  • Die Gesamt-Arbeitszeit wird überschritten
    Laut Arbeitszeitgesetz darf die tägliche Arbeitszeit 8 Stunden betragen, in der Woche 48 Stunden. Wird diese Zeit überschritten, kann der Arbeitgeber den Nebenjob untersagen.
    Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen:
    In bestimmten Fällen darf die Arbeitszeit auf 10 Stunden angehoben werden, wenn die 10 Stunden pro Tag innerhalb eines Halbjahreszeitraums ausgeglichen werden können.
    Auch das Einhalten von Pausenzeiten ist mehr als wichtig. Arbeitnehmer dürfen nicht länger als 6 Stunden ohne Pause arbeiten. Beträgt die tägliche Arbeitszeit bis zu 9 Stunden, muss die Pause mindestens 30 Minuten betragen. Bei einer Arbeitszeit über 9 Stunden, muss die Pausenzeit mindestens 45 Minuten betragen. Nach der täglichen Beendigung der Arbeit muss dem Arbeitnehmer eine Ruhezeit von mindestens 11 Stunden zur Verfügung stehen.
  • Leidet die Arbeitsfähigkeit unter dem Nebenjob, beeinträchtigt also die Ausübung des Hauptjobs, kann der Arbeitgeber den Nebenjob untersagen. Nebenjobs im Bereich der Gastronomie, beispielsweise als Kellner, fordern in der Nacht ihren Tribut. Das Schlafbedürfnis kommt oftmals zu kurz, so dass durch zu wenig Schlaf der Hauptjob nicht ordnungsgemäß ausgeführt werden kann.
  • Wenn der Jahresurlaub zum Arbeiten, also für einen Nebenjob genutzt wird. Der Urlaub dient der Erholung. Widerspricht eine Nebentätigkeit diesem Zweck, kann der Arbeitgeber die Tätigkeit untersagen.
  • Der Arbeitnehmer ist krankgeschrieben, geht dennoch einer Nebentätigkeit nach, welche den Genesungsprozess behindert. In solchen Fällen muss der Arbeitnehmer unter Umständen mit einer fristlosen Kündigung rechnen.
  • Mit der Nebentätigkeit macht der Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber Konkurrenz.
  • Das Unternehmen, in dem der Arbeitnehmer seinen Nebenjob hat, steht in direkter Konkurrenz zum Hauptarbeitgeber.

Wer also einen Nebenjob annehmen möchte, sollte im Vorfeld mit dem Chef reden, die Tätigkeit genehmigen lassen. Viele Arbeitgeber empfinden es nicht als störend, wenn ihre Mitarbeiter einer Nebentätigkeit nachgehen. Sinnvoll ist, über die Absprache eine schriftliche Vereinbarung zu treffen, um beide Seiten abzusichern.