Meldeverfahren – fehlerfrei meistern

Digitaler UV-Lohnnachweis, künftige A1-Bescheinigungen und diverse andere maschinelle Meldeverfahren nehmen einen immer größeren Raum in unserem Berufsalltag ein. Für Unternehmen bedeutet dies, zukünftig den Überblick zu behalten und Fehler zu vermeiden.

 

 

Mit dem kürzlich verabschiedeten 6. SGB IV-Änderungsgesetz wurden zahlreiche neue Meldedialoge und –verfahren geschaffen – so auch die Annahme und die Verarbeitung der Sozialversicherungsrückmeldungen. Welche Meldungen müssen aktuell und zukünftig elektronisch übermittelt werden – ein kleiner Überblick soll Ihnen helfen.

 

Der digitale UV-Lohnnachweis

Bevor Arbeitgeber mit der Abgabe des digitalen UV-Lohnnachweises starten können, ist ein Stammdatenabgleich mit der Unfallversicherung durchzuführen. So müssen beispielsweise, wenn der Betrieb unterjährig eingestellt wird oder keine Beschäftigten mehr hat, innerhalb von sechs Wochen der digitale Lohnnachweis übermittelt werden. Ist eine andere Berufsgenossenschaft zuständig, oder ändert sich die Mitgliedsnummer der Berufsgenossenschaft aufgrund eines Unternehmerwechsels – ist ein UV-Lohnnachweis zu senden.

 

Die maschinelle A1-Bescheinigung

Ab 1. Juli 2017 müssen Unternehmen, die Mitarbeiter ins Ausland entsenden, maschinell den A1-Antrag übermitteln. Auch hierzu finden Sie nähere Angaben in unserem Beitrag Zukünftig wird Sie zur Pflicht, die maschinelle A1-Bescheinigung kommt.

 

Sofortmeldungen

Bereits seit 2009 sind Unternehmen dazu verpflichtet, in Wirtschaftsbranchen, bei denen die Schwarzarbeit verbreitet ist und das Risiko der illegalen Beschäftigung besteht, spätestens zum Zeitpunkt der Beschäftigungsaufnahme eine Sofortmeldung vorzunehmen. Die Sofortmeldungen werden direkt an die Datenstelle der Träger der Rentenversicherung (DSRV) gesendet.

Die Branchen, die spätestens bei Eintritt eines Mitarbeiters die Sofortmeldung abgeben müssen, sind

  • im Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe

  • im Baugewerbe

  • im Schaustellergewerbe

  • im Personenförderungsgewerbe

  • im Transport- und Speditionsgewerbe

  • bei Unternehmen, die der Forstwirtschaft angehören

  • im Gebäudereinigungsgewerbe und

  • in der Fleischwirtschaft.

 

Meldeverfahren zur Sozialversicherung

Auch die Sozialversicherungsträger wie Krankenkasse, Bundesagentur für Arbeit und Rentenversicherungsträger benötigen zahlreiche Daten und Informationen, um die Leistungsansprüche der Versicherten feststellen zu können. Und genau dafür wurde das Meldeverfahren zur Sozialversicherung geschaffen.

Hierfür melden die Arbeitgeber alle versicherungstechnisch relevanten Daten der Mitarbeiter an die zuständigen Krankenkassen. Beschäftigt das Unternehmen geringfügig Beschäftigte, sind diese Daten an die Minijob-Zentrale zu senden.

Die Krankenkassen leiten die Daten an die DSRV weiter, damit die anderen Sozialversicherungsträger mit den Beschäftigungsdaten arbeiten können.

Elektronische Entgeltersatzleistungen (EEL)

Damit Versicherte die ihnen zustehenden Entgeltersatzleistungen in korrekter Höhe und zeitnah erhalten, wurden die „Elektronischen Entgeltersatzleistungen“ von den Sozialversicherungsträgern eingeführt. An sie melden die Unternehmen die Höhe des Arbeitsentgelts des Versicherten und das auf dem elektronischen Weg.

 

Fehlende Meldung zieht Bußgeld nach sich

Die Arbeitgeber sind dazu verpflichtet, Änderungen der Betriebsdaten unverzüglich zu melden. Mit dem 6. SGB IV-Änderungsgesetz wurde eine Grundlage geschaffen, die es möglich macht, bei Zuwiderhandlungen ein Bußgeld zu erheben. Um dies zu vermeiden, sollten Änderungen, die das Unternehmen betreffen, unverzüglich gemeldet werden.

 

 

Weitere Beiträge

Abschaffung der Lohnsteuerklassen

Abschaffung von Lohnsteuerklassen in Deutschland

Es gibt derzeit Pläne der deutschen Bundesregierung, die Steuerklassen 3 und 5 abzuschaffen. Diese Änderung ist Teil des Koalitionsvertrags der Ampel-Koalition.... weiterlesen

23. Februar 2024


Minijob neben Ausbildung beim selben Arbeitgeber

Minijob neben der Ausbildung beim selben Arbeitgeber?

Mit dem Ausbildungsgehalt lassen sich in der Regel keine großen Sprünge machen. Um sich das eine oder andere „mal zwischendurch“ leisten zu können, denken manche Azubis über einen Nebenjob parallel zu ihrer Ausbildung nach. Ist es möglich, neben der Ausbildung einem Nebenjob, beispielsweise in Form eines Minijobs, nachzugehen? In unserem Beitrag zeigen wir auf, was Auszubildende und Arbeitgeber wissen müssen.... weiterlesen

29. Januar 2024


Die Fristen für die Übermittlung der Beitragsnachweise 2024

Die Fristen für die Übermittlung der Beitragsnachweise 2024

Arbeitgeber sind verpflichtet, monatlich die Sozialversicherungsbeiträge vor der Erstellung des Monatsabschlusses an die jeweilige Krankenkasse des Arbeitnehmers zu übermitteln. Zur Übermittlung dieser Daten ist ein Beitragsnachweis zu erstellen, der elektronisch übermittelt wird. Was Sie als Arbeitgeber zum Beitragsnachweis und den dazugehörigen Fristen wissen sollten, erläutern wir in diesem Beitrag.... weiterlesen

30. November 2023


Übernahme der Studiengebühren durch den Arbeitgeber

Übernahme der Studiengebühren durch den Arbeitgeber

Immer mehr Berufseinsteiger entscheiden sich für ein berufsbegleitendes Studium. Wie verhält es sich in diesem Fall mit den Studiengebühren? Wie sind diese vom Arbeitgeber beitragsrechtlich und lohnsteuerrechtlich zu behandeln? Bei der Beurteilung hinsichtlich der Übernahme der Studiengebühren durch den Arbeitgeber, sind zwei Fallgruppen zu unterscheiden.... weiterlesen

28. April 2023


Höhere Pfändungsfreigrenzen ab Juli 2023

Höhere Pfändungsfreigrenzen ab Juli 2023

Durch die Pfändungsfreigrenzen soll sichergestellt werden, dass der Schuldner bei einer Pfändung des Arbeitseinkommens seinen gesetzlichen Unterhaltsverpflichtungen nachkommen und über das Existenzminimum verfügen kann. Bei einem Arbeitseinkommen, welches den Grundfreibetrag übersteigt, steht dem Schuldner ein Teil seines Mehrverdienstes zu. ... weiterlesen

24. März 2023


Die Arbeitszeiterfassung – Pflicht für alle Unternehmen

Die Arbeitszeiterfassung – Pflicht für alle Unternehmen

Nach dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 13. September 2022 ist es laut § 3 des Arbeitsschutzgesetzes ab sofort für alle Unternehmen Pflicht, die Arbeitszeiten der Mitarbeiter ausnahmslos aufzuzeichnen. Das heißt, Arbeitgeber sind dazu verpflichtet, die Arbeitszeiten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in einem Arbeitszeiterfassungssystem zu dokumentieren – das Führen der Stunden in einer Excelliste oder handschriftlichen Liste reicht nicht mehr aus. ... weiterlesen

19. Januar 2023


LOHNDIREKT

Wir machen es einfach.

Unser Angebot spricht Sie an und Sie möchten eine individuelle Beratung erhalten?
Kontaktieren Sie uns jetzt einfach!

Melden Sie sich jetzt:

0461 / 70 71 555 info@lohndirekt.de

Mo.-Fr. 8-16 Uhr

Oder nutzen Sie unseren komfortablen Rückruf-Service

    Unser Rückruf erfolgt während der Geschäftszeiten i.d.R. binnen 20 Minuten.

    LOHNDIREKT

    Wir haben Sie schon überzeugt?

    Fordern Sie jetzt kostenlos Ihr persönliches Angebot (ab 10 Mitarbeitern) an!


      Wir freuen uns auf Ihre Anfrage

      Rufen Sie uns an: 0461 / 70 71 555 Mo.-Fr. 8-16 Uhr