Notwendige Rückrechnungen in der Gehaltsabrechnung April 2024

Für die korrekte Berechnung des Lohnsteuerabzuges veröffentlicht das Bundesfinanzministerium entsprechende Programmablaufpläne. Grundsätzlich werden diese rechtzeitig für die Zukunft veröffentlicht, so dass Sie als Arbeitgeber davon wenig mitbekommen. Dieses Jahr wird es allerdings zu rückwirkenden Änderungen kommen, welche Rückrechnungen für einzelne Arbeitnehmer auslösen werden.
Betroffen sind Mitarbeiter, welche zwei oder mehr berücksichtigungsfähige Kinder für die Berechnung des Pflegeversicherungsbeitrages hinterlegt haben.

 

Rückblick

In der Pflegeversicherung gab es Mitte 2023 eine Änderung der Beitragsberechnung. Der grundsätzliche Beitrag stieg auf 3,4%, welcher jeweils zur Hälfte vom Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen wird (Ausnahme: Sachsen. Hier 2,2% AN-Anteil und 1,2% AG-Anteil). Hinzu kommen 0,6% für den Arbeitnehmer, sofern dieser das 23. Lebensjahr vollendet hat und keine eigenen Kinder vorweisen kann. Sobald ein Kind einmal im Leben vorliegt, entfallen diese 0,6% für den Arbeitnehmer lebenslang.

Zusätzlich mindert sich seit Mitte 2023 der Arbeitnehmer-Beitrag, sofern mindestens 2 Kinder unter 25 Jahren vorliegen. Ab dem zweiten Kind (bis zum 25. Lebensjahr) mindert sich der Beitrag um jeweils 0,25%-Punkte bis zum fünften Kind.

Diese Minderung des Arbeitnehmerbeitrages wirkt sich auch auf die Berechnung der abzuführenden Lohnsteuer aus. In der Lohnsteuer werden sogenannte Vorsorgeaufwendungen des Arbeitnehmers steuermindernd berücksichtigt. Höhere Beiträge zur Sozialversicherung sorgen für höhere Vorsorgeaufwendungen und somit auch zu einer geringeren Lohnsteuer. Zwei Arbeitnehmer mit dem gleichen Entgelt und den gleichen Lohnsteuermerkmalen können somit trotzdem andere Steuerabzüge haben, wenn sich zum Beispiel der individuelle Zusatzbeitrag der Krankenkasse unterscheidet oder eben eine andere Anzahl von berücksichtigungsfähigen Kindern in der Pflegeversicherung vorliegt.

 

Auswirkung

Die Berücksichtigung der Kinder unter 25 Jahren war im bisherigen Programmablaufplan für 2024 nicht enthalten. Nun hat das Bundesfinanzministerium einen neuen Programmablaufplan veröffentlicht, welcher rückwirkend ab Januar 2024 umzusetzen ist. Für die betroffenen Arbeitnehmer kommt es daher zu einer geringfügigen Minderung des Auszahlungsbetrages, da nun eine geringere Vorsorgepauschale berücksichtigt wird. Die Umsetzung ist gemäß Schreiben des Bundesfinanzministerium spätestens zur April Abrechnung umzusetzen. Wir werden die betroffenen Mitarbeiter heraussuchen und die Rückrechnungen gemäß der Vorgaben erstellen.

Um Unzufriedenheiten oder negative Überraschungen bei Ihren betroffenen Mitarbeitern zu vermeiden, haben wir Ihnen eine Information beigefügt, welche Sie gerne zur Information weiterreichen können. Weitere Informationen zum neuen Programmablaufplan können Sie direkt auf der Homepage des Bundesfinanzministeriums unter folgendem Link einsehen: Bundesfinanzministerium – (Geänderte) Programmablaufpläne für den Lohnsteuerabzug für/ab 2024 (Anwendung ab dem 1. April 2024).

Informationen zu weiteren Änderungen u.A. durch das Wachstumschancengesetz folgen, sobald hier Beschlüsse vorliegen. Ende März liegen viele Entwürfe zur Abstimmung im Bundesrat. Allerdings ist hier nicht mit einer Zustimmung und somit mit weiteren Verzögerungen zu rechnen.

Weitere Beiträge

Nachträglicher Wechsel der pauschalen Bewertungsmethode

Nachträglicher Wechsel der pauschalen Bewertungsmethode

Viele Unternehmen stellen ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einen Dienstwagen zur Verfügung – vor allem dann, wenn diese viel für das Unternehmen unterwegs sind. In den meisten Fällen überlasst der Arbeitgeber seinen Mitarbeitenden auch das Fahrzeug, um zum einen die Fahrten zwischen der Wohnung und der Tätigkeitsstätte zurück zu legen und zum anderen das Fahrzeug privat zu nutzen. ... weiterlesen

1. April 2024


Pfändung_und_Arbeitgeberdarlehen

Zusammentreffen von Pfändungs- und Überweisungsbeschluss und Darlehen

Beim Umgang mit einem Arbeitgeberdarlehen (AG-Darlehen) entstehen spezielle Herausforderungen, wenn gleichzeitig ein Pfändungs- und Überweisungsbeschluss (PfÜb) gegen den darlehensnehmenden Arbeitnehmer vorliegt. Die Situation ändert sich entscheidend, je nachdem, ob der PfÜb vor oder nach der Darlehensvergabe an den Arbeitnehmer zugestellt wird.... weiterlesen

27. März 2024


Entgeltumwandlung

Sicher in die Zukunft: Wie Sie mit Entgeltumwandlung fürs Alter vorsorgen

Um im Alter den gewohnten Lebensstandard beizubehalten, ist es entscheidend, frühzeitig finanzielle Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Eine Möglichkeit hierfür bietet die betriebliche Altersvorsorge, bei der Arbeitgeber eine wesentliche Unterstützungsrolle spielen.... weiterlesen

26. März 2024


Sonn- und Feiertagsarbeit

Sonn- und Feiertagsarbeit im Arbeitszeitgesetz

Das Arbeitszeitgesetz regelt die tägliche Arbeitszeit, Pausen, Ruhezeiten, Mehrarbeit, Nachtarbeit und ebenso die Sonn- und Feiertagsarbeit. Die werktägliche gesetzliche Arbeitszeit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer darf acht Stunden nicht überschreiten. Sie kann auf bis zu zehn Stunden nur verlängert werden, wenn innerhalb von sechs Monaten im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden. ... weiterlesen

26. März 2024


Beitragsbemessungsgrenze 2024

Beitrags­bemessungs­grenzen 2024: Was Arbeitnehmer und Arbeitgeber wissen sollten

Die Beitrags­bemessungsgrenzen sind ein zentrales Thema in der deutschen Sozialversicherung. Sie beeinflussen die Höhe der Beiträge, die Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen müssen. Im Jahr 2024 gibt es einige wichtige Änderungen, die wir im Folgenden genauer betrachten werden. ... weiterlesen

25. März 2024


Wachstumschanengesetz_2024

Bundesrat stimmt Wachstums­chancengesetz zu

Nach intensiven Beratungen und Kompromissfindungen hat der Bundesrat am 22. März 2024 dem Wachstumschancengesetz zugestimmt, welches zuvor bereits vom Bundestag am 23. Februar 2024 befürwortet worden war.... weiterlesen

23. März 2024


LOHNDIREKT

Wir machen es einfach.

Unser Angebot spricht Sie an und Sie möchten eine individuelle Beratung erhalten?
Kontaktieren Sie uns jetzt einfach!

Melden Sie sich jetzt:

0461 / 70 71 555 info@lohndirekt.de

Mo.-Do. 9-15 Uhr, Fr. 9-13 Uhr

Oder nutzen Sie unseren komfortablen Rückruf-Service

    Unser Rückruf erfolgt während der Geschäftszeiten i.d.R. binnen 20 Minuten.

    LOHNDIREKT

    Wir haben Sie schon überzeugt?

    Fordern Sie jetzt kostenlos Ihr persönliches Angebot (ab 10 Mitarbeitern) an!


      Wir freuen uns auf Ihre Anfrage

      Rufen Sie uns an: 0461 / 70 71 555 Mo.-Do. 9-15 Uhr, Fr. 9-13 Uhr