Der Mindestlohn ist seit seiner Einführung im Jahr 2015 in aller Munde. Doch es gibt Einiges zu beachten, vor allem für die Arbeitgeber. Das Mindestlohngesetz soll dafür sorgen, dass jeder mit seiner Erwerbstätigkeit seine Existenz sichern kann. Besonders profitieren sollen davon die Niedriglohnsektoren. Eine flächendeckende Regelung ist wichtig, da immer mehr Arbeitnehmer nicht mehr in tariflichen Vereinbarungen organisiert sind.

Wir beantworten die am häufigsten auftretenden Fragen zum Thema. Dies ist selbstverständlich nur allgemein möglich – Sonderfälle sind nicht ausgeschlossen und sollten im Einzelnen mit dem Steuerberater diskutiert werden.

In welchen Branchen muss der Mindestlohn gezahlt werden?

Anspruchsberechtigt sind grundsätzlich alle Arbeitnehmer.

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Sofern ein Praktikant in der Firma nicht deshalb arbeitet, weil dies zu seiner Berufsausbildung gehört, hat auch er Anspruch auf die Zahlung des Mindestlohnes. Ausnahmen gibt es für Praktikanten nur dann, wenn es sich um eine berufliche Orientierung oder Ausbildung handelt, und das Praktikum höchstens drei Monate andauert. Zu den Ausnahmen zählen auch Praktikanten, die von der Agentur für Arbeit zu einer geförderten Maßnahme verpflichtet wurden.
Außerdem gibt es diverse Ausnahmen, die in einem der nächsten Kapitel behandelt werden. Wichtig jedoch ist zu wissen, dass der Mindestlohn prinzipiell für alle Branchen gilt.

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Wie lautet die gesetzliche Grundlage für den Mindestlohn?

Am 16. August 2014 vom Bundestag verabschiedet, ist das Mindestlohngesetz (MiLoG) die Grundlage der Zahlung des Entgelts.

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Es gilt als Ergänzung zum Arbeitnehmerentsende- bzw. überlassungsgesetz. In Kraft getreten ist das Gesetz am 1. Januar 2015, wobei für gewisse Fälle Übergangsregelungen bis zum 1.1.2017 erlaubt waren. Eine darüber hinausgehende Sonderregelung gilt derzeit noch für Zeitungszusteller. Während andere Beschäftigte ab dem 1. Januar 2017 mindestens 8,84 Euro pro Stunde verdienen müssen, sind es bei Zustellern nur 8,50 Euro. Ab dem 1.1.2018 ist der Mindestlohn jedoch für alle Branchen ausnahmslos gültig.

Zuständig für die Einhaltung des Gesetzes sowie Vereinbarungen zu Lohnerhöhungen sind die Arbeitgeber sowie die Gewerkschaften.

Eine gesetzliche „Begleiterscheinung“ des Mindestlohnes ist die Dokumentationspflicht. Damit Arbeitgeber nicht durch eine Anhebung der Arbeitsstunden die Zahlung des Mindestlohnes ausgleichen, gilt eine sogenannte Dokumentationspflicht. Dabei werden Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit niedergeschrieben. Hiervon sind Ausnahmen statthaft bei Arbeitnehmern, die regelmäßig mehr als 2.000 Euro verdienen sowie bei Selbstständigen, die unmittelbare Familienangehörige in Ihrem Unternehmen beschäftigen.

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Wie hoch ist der aktuelle Mindestlohn?

Seit seiner Einführung am 1.1.2015 betrug der gesetzliche Mindestlohn 8,50 Euro brutto pro Zeitstunde.

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Eine erstmalige Erhöhung des Wertes zum 1.1.2017  auf 8,84 Euro wurde vorgenommen. Über die Höhe des Mindestlohns entscheidet regelmäßig eine sogenannte Mindestlohnkommission – sie legt fest, ob und wenn ja, ab wann und in welcher Höhe der Mindestlohn erhöht wird.

Mitglieder dieser Kommission sind sieben Vertreter von Spitzenverbänden der Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Die Entscheidung darüber, ob sich der Mindestlohn verändert, beruht auf der Entwicklung des monatlichen Tarifindexes und der allgemeinen Konjunktur. Gewerkschaften drängen derzeit auf eine Anhebung des Mindestlohnes auf 9 Euro.

In regelmäßigen Abständen wird zu prüfen sein, ob eine Anhebung des Mindestlohnes geboten ist.

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Seit wann ist der Mindestlohn in Kraft?

Das Mindestlohngesetz beruht auf einer Verabschiedung der Bundesregierung aus dem Jahr 2014.

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Darin wurde festgelegt, dass das benannte Gesetz ab dem 1.1.2015 in Kraft tritt.

Um zu große Veränderungen im Lohngefüge allmählich anzugleichen, wurde eine Übergangsfrist festgesetzt. Diese läuft zwei Jahre bis zum 1.1.2017. In dieser Zeit darf durch tarifliche Festlegungen ein geringerer Mindestlohn festgesetzt werden. Spätestens ab dem ersten Januar 2018 ist der Mindestlohn jedoch für alle Arbeitgeber-und nehmer bindend, mit einer Ausnahme der Zeitungszusteller.

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Ist der Mindestlohn brutto oder netto?

Wie bei allen Festlegungen, die Lohnzahlungen betreffen, handelt es sich um eine Angabe in Brutto.

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Nettoverdienste schwanken aufgrund unterschiedlicher Steuerklassen, persönlicher Verhältnisse wie Personenstand und so weiter. Daher werden immer – auch bei tariflichen Verhandlungen – Bruttolöhne genannt.

Somit ist auch der gesetzliche Mindestlohn von 8,84 Euro ein Bruttostundensatz.

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Welche Ausnahmen gibt es beim Mindestlohn?

Prinzipiell sind alle Arbeitnehmer anspruchsberechtigt. Allerdings ist eine Reihe von Ausnahmen gültig, die bei der betrieblichen Lohnrechnung unbedingt berücksichtigt werden müssen.

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So sind folgende Personengruppen von der Zahlung des Mindestlohnes ausgeschlossen:

  • Praktikanten, die sich im Unternehmen aufhalten, um ihre Berufsausbildung zu absolvieren oder zu vertiefen,
  • Arbeitnehmer, die unter die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes fallen (unter 18 Jahren alt) und keinen Berufsabschluss vorweisen können
  • Auszubildende
  • Den Azubis Gleichgestellte, die beispielsweise Volontariate absolvieren etc.
  • Ehrenamtlich Beschäftigte, die nur einen kleinen Obolus für ihre Tätigkeit erhalten
  • Beschäftigte mit voller Erwerbsminderung in Werkstätten für behinderte Menschen
  • Gefangene, die in der Haftanstalt tätig sind.
  • Natürlich gilt der Mindestlohn auch nicht für Selbstständige und Freiberufler, da sie ohnehin nicht als Angestellte Lohnempfänger sind.

Eine weitere Ausnahme gilt für Arbeitnehmer, die vor ihrer Einstellung im Unternehmen langzeitarbeitslos waren und noch nicht ein halbes Jahr beschäftigt sind. (Langzeitarbeitslosigkeit definiert sich ab 12-monatiger Erwerbslosigkeit)

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Wer hat Anspruch auf den Mindestlohn?

Beanspruchen können den Mindestlohn alle Arbeitnehmer, die nicht unter die o. g. Gruppen fallen.

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Hierbei sind keine Unterschiede in den Branchen oder in der Länge der Tätigkeit für das Unternehmen zu machen. Für die Jahre 2015-17 gilt eine Übergangsregelung für Zeitungszusteller, für die der gesetzliche Mindestlohn ab dem 1.1.2018 bindend ist. Zuvor erhielten sie ab 1.1.15 nur 6,38 Euro brutto pro Stunde und ab 1.1.16 dann 7,23 brutto pro Stunde. Seit dem 1.1.17 erhielten sie 8,50 Euro.

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Gilt der Mindestlohn für Studenten?

Bei Studenten können zwei Varianten auftreten:

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Sind diese im Unternehmen im Rahmen ihrer Ausbildung beschäftigt, fallen sie nicht unter die Regelung des Mindestlohnes.

Arbeitet aber ein Student im Betrieb, um Geld zu verdienen, und nicht im Zuge seiner Ausbildung, dann muss ihm Mindestlohn gezahlt werden.

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Gilt der Mindestlohn für Praktikanten?

Praktikanten können unter das Gesetz des Mindestlohnes fallen – aber nicht in jedem Fall.

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Ausnahmen sind Praktikanten zum Beispiel dann, wenn sie noch keine 18 Jahre alt sind (sogenanntes Schülerpraktikum) oder auch, wenn der Betroffene langzeitarbeitslos war.

Der Mindestlohn muss nur dann gezahlt werden, wenn das Praktikum länger als ein Vierteljahr andauert und alle anderen Bedingungen erfüllt sind. (zum Beispiel Volljährigkeit) Fällt der 18. Geburtstag in das Praktikum, ist ab diesem Tag der Mindestlohn fällig.

Keinen Anspruch auf Mindestlohn haben Praktikanten dann, wenn das Praktikum zu ihrer Ausbildung gehört.

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Gilt der Mindestlohn nur für Mitarbeiter ab 18 Jahren?

Der Mindestlohn gilt zwar nicht automatisch für alle Erwachsenen, aber niemals für einen Arbeitnehmer, der unter 18 Jahren alt ist und noch keine Berufsausbildung abgeschlossen hat.

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Dies soll verhindern, dass Jugendliche lieber ungelernt für den Mindestlohn arbeiten gehen, als eine Berufsausbildung zu absolvieren. Denn diese sichert im späteren Berufsleben die höheren Chancen auf gute Jobs und bessere Bezahlung.

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Gilt der Mindestlohn auch bei Akkordarbeit?

Akkordlohn, oder auch Leistungslohn genannt, bedeutet, dass der Arbeitnehmer außer einem Grundgehalt eine leistungsabhängige Vergütung bekommt.

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Hier kann nun der Fall eintreten, dass das Grundgehalt unter dem Mindestlohn, der übliche Leistungslohn aber über dem Mindestlohn liegt. Hier hat der Gesetzgeber folgende Regelung getroffen:

Da der Arbeitnehmer auch zeitweise Grundlohn bezieht, zum Beispiel während Krankheit oder Urlaub, muss mit der Normalleistung der Mindestlohn erreicht werden. Doch was unter „Normalleistung“ zu verstehen ist, ist leider nicht definiert. Es kann also davon ausgegangen werden, dass es hier zu Streitfällen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern kommen kann.

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Gilt der Mindestlohn auch für Ferienjobs?

Ferien impliziert, dass Derjenige Schüler ist. In diesem Fall kommt nur bei Wenigen in Betracht, dass sie bereits volljährig sind.

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Lediglich in den Ferien der 12. Klasse kommt dies in Frage. Somit fallen die meisten Ferienjobs nicht unter das Gesetz für den Mindestlohn, da hierfür Voraussetzung ist, über 18 Jahre alt zu sein. (Ausnahme: wenn bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung besteht, was bei Schülern aber nicht der Fall ist)

Allerdings heißt das aber nicht, dass Kinder und Jugendliche im Ferienjob total unterbezahlt werden dürfen. Zwei Drittel des branchenüblichen Gehaltes (also mindestens der 8,84 Euro) sollte gezahlt werden.

Schüler, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, sind als klassische Arbeitnehmer zu betrachten und dürfen gegenüber anderen Arbeitnehmern nicht allein wegen des Merkmales „Schüler“ schlechter gestellt werden. Hier ist der Mindestlohn zu zahlen.

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Gilt der Mindestlohn auch für Behinderte?

Hier ist eine klare Trennung vorzunehmen: ist der in der Gesundheit Beeinträchtigte in einem klassischen Unternehmen angestellt, in dem er nach seinen Möglichkeiten tätig ist, so gilt für ihn selbstverständlich der Mindestlohn.

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Anders sieht es aus für die Behinderten, die in entsprechend geschützten Werkstätten arbeiten. Sie sind vom Mindestlohn ausgeschlossen, da sie eher ein „Taschengeld“ verdienen als ein reguläres Gehalt. Sie stehen nach § 138 SGB IX in einem sogenannten „arbeitnehmerähnlichen“ Verhältnis und sind daher keine Arbeitnehmer. Sie sind voll erwerbsgemindert und erhalten deshalb Leistungen zur Grundsicherung oder eine Rente wegen voller Erwerbsminderung.

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Wer haftet bei Strafen für nicht gezahlten Mindestlohn?

Der Mindestlohn soll allen Arbeitnehmern zu Gute kommen, wofür die Arbeitgeber zu sorgen haben.

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Ihnen obliegt es, die Arbeitsverträge bzw. Lohnzahlen entsprechend des Gesetzes anzupassen. Doch natürlich gibt es auch Arbeitgeber, die versuchen, sich den Gesetzvorgaben zu widersetzen. Wer gegen die Vorgaben verstößt, muss daher mit empfindlichen Strafen rechnen.

Wird in einem Arbeitsvertrag ein geringer Betrag als der Mindestlohn festgeschrieben, so hat der Arbeitnehmer Anspruch auf den Mindestlohn – und das sogar rückwirkend. Zuständig dafür, dass die Gesetze eingehalten werden, ist die „Finanzkontrolle Schwarzarbeit“, die zum Zoll gehört. Damit der Mindestlohn flächendeckend kontrolliert werden kann, wurden die entsprechenden Mitarbeiterzahlen erhöht.

Die Strafe, die den Arbeitgeber erwartet, kann bis zu 500.000 Euro hoch ausfallen. Der Unternehmer haftet dabei nicht nur für den Mindestlohn seiner Angestellten, sondern auch für Subunternehmer, die den Stundenlohn von mindestens 8,84 Euro nicht zahlen. Will sich ein Unternehmer absichern, damit er nicht für seine Subunternehmer haften muss, so kann er dies mit einem Sicherheitseinbehalt der Vergütung oder einer Bürgschaft tun.

Außer der genannten Geldstrafe drohen außerdem noch der Ausschluss von der Vergabe öffentlicher Aufträge für „angemessene Zeit“, sowie die Klage der Arbeitnehmer, die sich noch bis zu drei Jahren nach der Zahlung eines zu geringen Gehaltes an das Gericht wenden können. Außerdem kann der Sozialversicherungsträger Nachforderungen stellen, selbst wenn der Arbeitnehmer nicht geklagt hat. Dabei ist zu beachten, dass der Unternehmer dann nicht nur seinen regulären Teil der Sozialversicherungsabgaben zahlen muss, sondern auch den eigentlich vom Arbeitnehmer zu tragenden Teil.

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Wer kontrolliert die Einhaltung des Mindestlohns?

Die „Finanzkontrolle Schwarzarbeit“, die eine Abteilung des Zolls darstellt, ist für die Überwachung zuständig.

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Hier wurden über 1.000 neue Stellen geschaffen, um den Arbeitsaufwand zu bewältigen, der mit der Einführung des Mindestlohnes dazugekommen ist.

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Wer muss die korrekte Zahlung des Mindestlohns aufzeichnen / dokumentieren?

Damit gewährleistet ist, dass die Arbeitgeber den Mindestlohn nicht durch eine Veränderung der Arbeitszeit aushebeln, hat der Gesetzgeber eine Dokumentationspflicht eingeführt.

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Jeder Arbeitgeber muss daher die Arbeitszeit mit Beginn, Ende und Dauer schriftlich dokumentieren. Diese Dokumente sind der „Finanzkontrolle Schwarzarbeit“ vorzulegen.

Die entsprechenden Dokumente sind auch nach Ausscheiden des Mitarbeiters für mindestens zwei Jahre aufzubewahren.

Diese Pflicht zur Dokumentation wird geregelt in der „Mindestlohndokumentationspflichten-Verordnung“. Die Aufzeichnung ist nicht nötig, wenn der Arbeitnehmer mehr als 2.958 Euro monatlich verdient. Hat der Arbeitgeber nachweislich in den letzten 12 Monaten mehr als 2.000 Euro monatlich gezahlt, entfällt für ihn ebenfalls die Dokumentationspflicht, da er nicht weniger als 8,84 pro Stunde gezahlt haben kann.

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Muss beim Mindestlohn ein Stundennachweis geführt werden?

Die Dokumentationspflicht, die mit dem Mindestlohn einhergeht, verpflichtet den Arbeitgeber dazu, von seinen Mitarbeitern Stundenzahl der Arbeit sowie Beginn und Ende zu dokumentieren.

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Um die steigende Bürokratie nicht noch mehr zu belasten, sind die Unternehmer davon bei denjenigen Angestellten befreit, die mehr als 2.958 Euro monatlich brutto verdienen. Auch enge mithelfende Familienangestellte sind davon ausgenommen.

In allen anderen Fällen liegt bei Nichtdokumentation eine Ordnungswidrigkeit vor, die mit Bußgeld bis 30.000 Euro bestraft werden kann.

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Welche Lohnbestandteile zählen zum bzw. erhöhen den Mindestlohn?

Wichtig für eine korrekte Entlohnung ist, welche Lohnbestandteile zum Mindestlohn gehören.

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Das ist nicht immer einfach nachvollziehbar, da bei vielen Arbeitnehmern die Lohnzahlung aus einer Vielzahl von Zuschlägen, Zulagen oder Sonderzahlungen besteht. Außerdem kann es vorkommen, dass Sachbezüge zum Gehalt gehören. Was dann?

Eindeutig ist die Rechtsprechung, wenn es um Leistungen Dritter geht. Bekanntes Beispiel hierfür ist das Trinkgeld, welches Angestellte in der Gastronomie oder im Beförderungsgewerbe (Taxifahrer) üblicherweise bekommen. Dieses darf auf keinen Fall auf den Mindestlohn angerechnet werden.

Ebenfalls nicht vom Unternehmer angerechnet werden dürfen Sachbezüge wie Kost und Logis oder auch der Dienstwagen, der für Privatfahrten genutzt werden darf. In den §§ 1.20 MiLoG ist eindeutig geregelt, dass der Mindestlohn tatsächlich als Lohnzahlung zur Verfügung stehen soll.

Andere „Sonderzahlungen“ können dagegen sehr wohl auf den Mindestlohn angerechnet werden, und zwar dann, wenn es Zahlungen für erbrachte Leistungen sind. Das trifft zum Beispiel auf Spätschichtzuschläge zu. Dies wurde vom Bundesarbeitsgericht so festgelegt, steht aber im Konflikt zum Gesetz über den Mindestlohn, in dem vorgeschrieben war, dass Zulagen und Zuschläge für bestimmte Zeiten nicht eingerechnet werden sollten.

Die Entscheidung wird immer wieder zu Konflikten führen – denn ein Beispiel zeigt die Brisanz: ein Nachtzuschlag soll dem Gesundheitsschutz des Angestellten dienen und ist daher nicht auf den Mindestlohn anrechenbar.

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Ist für die Zahlung des Mindestlohns ein Tarifvertrag Voraussetzung?

Der Mindestlohn gilt zunächst einmal für alle Arbeitnehmer – egal, ob deren Arbeitgeber an einen Tarifvertrag gebunden sind oder nicht.

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Die meisten Tarifverträge sehen höhere Entlohnungen vor, und bleiben damit vom Mindestlohngesetz unberührt.

Sieht der Tarifvertrag aber eine geringere Entlohnung als den Mindestlohn vor, so gab es zunächst eine Übergangsregelung, mit der der Tarifvertrag gültig blieb bis zum Ende des Jahres 2016. Erst seit dem 1.1.17 ist der Mindestlohn für alle bindend, egal, ob es einen Tarifvertrag gibt oder nicht.

Im Mindestlohngesetz wurde zwar vorgeschrieben, dass Tarifverträge über das MiLoG zu stellen sind, aber die Tarifverträge dürfen nicht unterhalb des Mindestlohnes abschließen bzw. würden im Fall der Fälle vor einem Gericht nicht standhalten.

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Hat der Arbeitnehmer auch ohne Arbeitsvertrag einen Anspruch auf den Mindestlohn?

Jeder Arbeitnehmer sollte darauf achten, dass mit ihm ein schriftlicher Arbeitsvertrag abgeschlossen wird.

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Aber nachdem der Vertrag auch mündlich zustandekommen kann, hat nicht jeder einen schriftlichen Vertrag vorliegen.

Natürlich gilt der Mindestlohn auch für diejenigen Arbeitnehmer, die ohne schriftlichen Vertrag beschäftigt werden. Allerdings sollten Arbeitnehmer diese Änderung im Lohnrecht zum Anlass nehmen, einen schriftlichen Vertrag einzufordern. In diesem kann man dann besser darauf achten, dass keine Lohnvereinbarung unterhalb des Mindestlohnes festgesetzt wird.

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Zählen Prämien und Zulagen zum Mindestlohn?

Es ist festgelegt, welche Lohnbestandteile zum Mindestlohn gehören und welche nicht.

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Dazu gehören der vereinbarte Grundlohn für eine Stunde sowie vereinbarte Zulagen, die die Arbeitsleistung abgelten, wie zum Beispiel Zulagen für die Leitung von Abteilungen etc. Außerdem gehören dazu Sonderzahlungen, die auf einem Rechtsanspruch beruhen, wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, die anteilig über das Jahr pro Monat ausgezahlt werden. Auch vermögenswirksame Leistungen gehören dazu sowie Sachbezüge, die monatlich gewährt werden und im Gegenzug auf einer Arbeitsleistung beruhen.

ABER: Sonderzahlungen, die jährlich bzw. NICHT monatlich ausgezahlt werden, dürfen nicht eingerechnet werden.

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Gibt es Abzüge vom Mindestlohn?

Der Mindestlohn ist der Bruttolohn. Das heißt, es wird ebenso wie bisher alles abgezogen, was das Nettogehalt vom Bruttogehalt unterscheidet.

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An der Berechnung des Nettogehaltes ändert sich nichts.

Im Gegenteil: wie bei jeder anderen Lohnerhöhung auch, kann es dem Arbeitnehmer passieren, dass er durch das höhere Bruttogehalt in eine höhere Besteuerung rutscht (kalte Progression) und dadurch vom höheren Bruttogehalt nur sehr wenig übrig bleibt. Allerdings führt das dazu, dass bei Lohnerhöhungen wie tarifliche Abschlüsse oder eine gesetzliche Erhöhung des Mindestlohnes in Zukunft eine weitere Bruttolohnerhöhung ansteht, die sich dann positiver auf das Netto auswirkt.

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Welche Auswirkung hat die Lohnsteuer auf den Mindestlohn?

Durch das höhere Bruttogehalt kann es passieren, dass ein Arbeitnehmer in eine andere Besteuerung rutscht und somit vergleichsweise mehr Lohnsteuern bezahlt.

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Diese sogenannte „kalte Progression“ kann dafür sorgen, dass vom „Mehr“ an Brutto netto nur wenig übrig bleibt.

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Kann ein Firmenwagen Bestandteil des Mindestlohns sein?

Dienstwagen zählen nur in Ausnahmesituationen zum Mindestlohn. Ein privat genutzter Dienstwagen wird steuerlich als geldwerter Vorteil behandelt.

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Ob der Dienstwagen nun auch für die Berechnung des Mindestlohnes eingerechnet werden muss oder nicht, wirft viele Fragen auf, die konkret derzeit nicht beantwortet werden können. Es gibt verschiedene Auslegungen dazu.

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Zählt Weihnachtsgeld zum Mindestlohn?

Weihnachtsgeld ist eine Zulage, die bei jährlicher Einmalzahlung nicht zum Mindestlohn gerechnet werden darf.

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Wird aber im Unternehmen eine Regelung genutzt, dass Sonderzahlungen wie Urlaubs-und Weihnachtsgeld über das Jahr verteilt gleichmäßig gezahlt werden, darf die Zahlung für den Mindestlohn eingerechnet werden.

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Muss an gesetzlichen Feiertagen mehr als der Mindestlohn gezahlt werden?

An Feiertagen und bei Krankheit gibt es die sogenannte Lohnfortzahlung.

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Diese darf nicht geringer ausfallen als der Mindestlohn, auch wenn ein bis dato gültiger Tarifvertrag dies anders regelte. Zwar hat man bei der Ausarbeitung des MiLoG dazu nicht endgültig Stellung genommen, aber es wird derzeit davon ausgegangen, dass die Regelungen und Entscheidungen übertragbar sind, die für Lohnfortzahlungen allgemein gelten.

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Müssen nahe Angehörige auch den Mindestlohn erhalten?

Wenn nahe Angehörige (oft Ehegatten, erwachsene Kinder oder Eltern) von einem Unternehmer beschäftigt werden, haben diese einen Arbeitsvertrag und unterliegen damit dem Mindestlohngesetz.

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Allerdings hat man eine Ausnahme gewährt: die Dokumentation der Arbeitszeit, die normalerweise nötig ist, entfällt bei Angehörigen, um die Bürokratie etwas zu vermindern.

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